SZ +
Merken

Superlauge hält den Neumarkt frei von Eis und Schnee

Winterdienst. Nur knapp 50 Prozent des Dresdner Straßennetzes werden beräumt. Dafür stehen 3 000 Tonnen Salz und 400 Tonnen Splitt bereit.

Teilen
Folgen

Von Kay Haufe

Punktlandung: Pünktlich zum ersten Schneefall informierte die Stadt gestern über ihre Vorkehrungen für den Winterdienst. Die ersten drei Einsatz-Fahrzeuge waren bereits in der Nacht zum Donnerstag auf der Bergstraße, im Kaitzer Tal und auf Autobahnzufahrten unterwegs, um die überfrorenen Pisten zu laugen.

Ein Wundermittel hält die Stadt ab sofort für den Neumarkt bereit. Es heißt Clearway F1 und ist eine Lauge, die den Boden bis minus 60 Grad Celsius frostfrei hält. Auf dem Dresdner Flughafen wird sie schon lange eingesetzt. „Allerdings ist sie im Vergleich zur herkömmlichen Lösungen sehr teuer, sodass wir sie nicht im gesamten Stadtgebiet verwenden können. Am Neumarkt nutzen wir sie, um die frischen Fugen des Platzes zu schonen und Erfahrungen mit der Dosierung zu sammeln“, sagte Baubürgermeister Herbert Feßenmayr.

50 Räum- und Streufahrzeuge stehen bereit, um die Straßen im kommenden Winter von Eis und Schnee zu befreien. Erstmals kommen darauf 66 Mitarbeiter des neuen Regiebetriebes Zentrale Dienste zum Einsatz sowie 23 fremde Fahrer. In den Ortschaften am Rande der Stadt sind weitere zehn Fahrzeuge mit entsprechendem Personal unterwegs. „Wer allerdings eine besenreine Stadt erwartet, den muss ich enttäuschen“, stellte Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, gestern klar. Nur knapp die Hälfte aller Dresdner Straßen werden geräumt, das sind vor allem Hauptverkehrsstraßen mit Busverkehr sowie die Gebiete mit Hangstraßen wie Plauen, Loschwitz oder Wachwitz. Vor drei Jahren waren es noch 752 Kilometer. Weil die Stadt nicht verpflichtet ist, alles zu räumen, hat sie in den letzten zwei Jahren reduziert. „Jetzt ist jedoch die Schmerzgrenze erreicht“, sagte Koettnitz.

Je nach Straßenzustand rücken die Winterdienstfahrzeuge bereits um 2 Uhr nachts aus, damit der Berufsverkehr ab 7 Uhr möglichst gefahrlos verläuft. Nach 22 Uhr fährt kein Räumfahrzeug mehr. Für Fußwege sind vorwiegend die Anlieger zuständig. Ab 7 Uhr bis 20 Uhr sind sie wochentags zu räumen und bei Eisglätte zu streuen. Am Wochenende ab 9 Uhr. „Bußgeld bis 500 Euro droht dem, der sich nicht daran hält“, sagte Koettnitz.

Ob die 1,5 Millionen Euro reichen, die im Haushalt für den Winterdienst bereitgestellt sind, hängt von der Anzahl der kommenden Frost- und Schneetage ab. Der vorherige Winter legte mit 109 Glätte tagen vor und sprengte den Finanzrahmen um 300 000 Euro. Das Salz wird nicht ausgehen, kurzfristige Lieferungen sind vereinbart.