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Superlok in Röderau gesichtet

Die neuartige Hybrid-Lokomotive hat erst seit März eine Zulassung für deutsche Schienen. Der Prototyp 001 machte jetzt einen Zwischenstopp in der Region.

Diese neuartige Hybridlok der Havelländischen Eisenbahn ist vor Kurzem im Röderauer Bahnhof fotografiert worden.
Diese neuartige Hybridlok der Havelländischen Eisenbahn ist vor Kurzem im Röderauer Bahnhof fotografiert worden. © Pierre Weidler

Röderau. Für Laien ist es eine normale Lok, die zugegeben etwas länger aussieht als andere Lokomotiven. Doch für Eisenbahnfans ist die Eurodual 159 ein Meilenstein in der Zugtechnologie. Sie ist die neueste Generation der Hybrid-Lokomotiven der Firma Stadler, die sowohl mit Diesel als auch mit Strom angetrieben werden. 

Vor zwei Jahren stellte Stadler zusammen mit seinem ersten deutschen Käufer, der Havelländischen Eisenbahn (HVLE), auf der Verkehrs- und Transportmesse InnoTrans in Berlin den Prototypen vor. Dort hatte sie der Röderauer  Eisenbahnfan Pierre Weidner zum ersten Mal gesehen und fotografiert.

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Wie überrascht war er, als er die Lok mit der Kennung HVLE 159 - 001 auf dem Röderauer Bahnhof wiedersah. "Am 1. Mai stand sie auf einmal hier", erzählt er und kann es immer noch nicht so richtig glauben. Denn nach seiner Kenntnis habe diese Lok erst seit März die offizielle Zulassung für das deutsche Schienennetz erhalten. 

Mehr als 8.000 PS stark

In einem Werbefilm der Havelländischen Eisenbahn wird die Hybridlok als "eine absolute Weltneuheit" angepriesen, die von dem Berliner Unternehmen maßgeblich mitentwickelt worden sei. Der Dieselmotor ist 3.800 PS stark. Mit Strom ist die Lok sogar um einiges stärker. Der Elektromotor schafft 8.430 PS. "Wie fahren viele Kunden an, die keine Fahrleitung haben", berichtet ein Fahrausbilder der HVLE in dem Video. "Wir sind in der Lage, die Kunden auch auf den letzten Meilen mit schweren Zügen zu bedienen, und können dann wieder elektrisch weiterfahren."

Tatsächlich ist das die große Innovation dieses in der Eisenbahn-Welt viel beachteten Schienenfahrzeugs. Stadler hat im vergangenen Jahr die ersten drei von zehn bestellten Eurodual-Loks an die Havelländische Eisenbahn ausgeliefert. Nach mehreren Monaten Testphase sind sie dieses Jahr in Betrieb gestellt worden. Die sechsachsigen Lokomotiven zählen nun zu den größten einrahmigen Fahrzeugen auf deutschen Schienen. 

Medienberichten zufolge plant die HVLE, den Eurodual auf der anspruchsvollen Strecke Blankenburg-Rübeland einzusetzen. Diese weist ein Gefälle von über 6,3 Prozent auf. Auf dieser steilsten öffentlichen Güterverkehrslinie Europas müssen bis zu 1.650 Tonnen schwere Züge bergab mit zwei Lokomotiven geführt werden. 

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