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Sylvana und ihr Knuddelhuhn

Die 13-Jährige ist die jüngste Geflügelzüchterin Waldheims. Sie hat sogar ein Huhn dressiert.

Von Cathrin Reichelt

Andere Mädchen in ihrem Alter lieben Pferde, haben ein Meerschweinchen oder einen Zwerghasen. Sylvana Speck züchtet Hühner. Sie ist mit den Tieren aufgewachsen. Schon im Kindergartenalter hat sie die Küken gefüttert und im Stall die Eier eingesammelt.

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Als ihre Oma krank wurde, kümmerte sich Sylvana um deren Tiere. Und als die Oma starb, übernahm die 13-Jährige die Zucht der Zwerg-Wyandotten. Zurzeit gehören acht erwachsene Tiere und 40 Küken zu der Gruppe.

„Angefangen hat aber alles mit Bunti“, sagt Sylvana. Vor neun Jahren haben Specks Eier ihrer Hühner zum Ausbrüten zu einem anderen Züchter gebracht. Als sie die Küken abholten, war eins dabei, das nicht so recht zu ihrer Rasse gepasst hat. „Wir hatten nur schwarze Hühner. Das war aber schwarz-weiß. Und weil es sich so von den anderen Tieren unterschieden hat, haben wir es Bunti genannt“, erzählt Sylvana. Sie kann bis heute einiges mit ihr anstellen, das für Hühner eher untypisch ist. Früher hat sie gemeinsam mit Bunti geschaukelt. Das Huhn saß aber auch alleine auf der Schaukel und ließ sich von Sylvana anschieben. Sie kann Bunti auf den Arm nehmen. Das Huhn macht kleine Kunststücke und frisst Sylvana aus der Hand. „Geflügel ist eigentlich nicht zum Streicheln gedacht“, sagt Mutti Susan Speck. Aber Bunti wurde auch zur Attraktion bei einem Kinderfest und ließ sich die Streicheleinheiten der Mädchen und Jungen ganz geduldig gefallen.

Sieben Ehrungen im ersten Jahr

Bunti fällt gegenüber ihren Artgenossen ein bisschen aus dem Rahmen. Der Vorteil: Sie wird nie im Kochtopf landen. „Die Henne ist ein außergewöhnliches Tier. Es bleibt, bis das der Tod uns scheidet“, meint Susan Speck. Der Nachteil: Bunti eignet sich nicht für Ausstellungen. Zu denen nimmt Sylvana seit einem Jahr ihre Zwerg-Wyandotten mit. Denn genau so lange ist sie jetzt Mitglied im Rassegeflügelzüchterverein Waldheim und Umgebung. Dort ist sie nicht nur die Jüngste, sondern auch die einzige Jugendliche.

„Das erste Jahr ist perfekt gelaufen“, meint Sylvana, die in dieser Zeit mit ihren Tieren sieben Pokale und Plaketten gewonnen hat. Besonders stolz ist die Gymnasiastin darauf, dass darunter auch der Gedächtnispreis für ihre Oma ist. Eva Speck gehörte mehr als 50 Jahre zu den Waldheimer Rassegeflügelzüchtern.

Wenn es darum geht, Tiere für eine Ausstellung auszusuchen, weiß Sylvana genau, worauf es ankommt. „Ich bekomme zwar spezielle Jugendringe, aber die Bewertung ist genauso streng wie bei den Erwachsenen“, sagt sie. Deshalb achtet sie darauf, dass die Kämme der Hühner keine Auswüchse haben, die Augenfarbe orange ist, die Federn gut liegen, die Zeichnung des Federkleides den Vorgaben entspricht, die Läufe gelb sind und die Tiere keine Entenfüße haben.

In den Erfolgen steckt aber eine Menge Arbeit. „Tiere kann man nicht ausschalten, wie einen Computer“, sagt Vater Jörg Speck. Morgens werden sie von Opa Günter versorgt. Aber nachmittags und am Wochenende beim Saubermachen packt Sylvana kräftig mit an. Nicht alle ihrer Bekannten können diesen Enthusiasmus für das Federvieh verstehen. Es gibt aber auch viele Freunde, die sie ermuntern, weiterzumachen.

Zum Abschalten von der Schule und der Arbeit mit den Tieren zeichnet Sylvana Animes, spezielle japanische Comicfiguren. Dieses zweite Hobby hat auch ihren Berufswunsch beeinflusst. Viele Jahre wollte sie Tierärztin werden. Jetzt möchte sie am liebsten Grafikdesign studieren.