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Neuer Vorschlag in der Davidstern-Debatte

Die Diskussion nimmt in Görlitz Fahrt auf. Ein Stadtrat findet den Davidstern richtig. Fürs Gedenken hat er einen anderen Plan.

Der Hauptsaal der Görlitzer Synagoge ist weitgehend in alter Pracht wieder hergestellt worden. Das konnten die Görlitzer bei Veranstaltungen bereits erleben.
Der Hauptsaal der Görlitzer Synagoge ist weitgehend in alter Pracht wieder hergestellt worden. Das konnten die Görlitzer bei Veranstaltungen bereits erleben. © Pawel Sosnowski/80studio.net

In der Diskussion über einen Davidstern auf der Synagoge hat sich der bündnisgrüne Stadtrat Joachim Schulze dafür ausgesprochen, den Davidstern auf die Kuppel zu setzen. Für ihn gehöre er zu der denkmalgerechten und akribischen Rekonstruktion der Görlitzer Synagoge als Bauwerk von nationaler Bedeutung dazu. Dass die Synagoge in ihrem Hauptsaal in alter Pracht wiederersteht, zeige die Kraft, „die jüdisches Leben besaß und die Görlitzer aus dieser Gemeinde hatten“.

Die Debatte um den Davidstern hatte der Förderkreis Görlitzer Synagoge in diesem Sommer nochmals angeschoben. Bislang ist die Installation des Davidsterns nicht vorgesehen. Auf historischen Aufnahmen ist aber zu sehen, dass es ihn gab. Der Vorsitzende des Förderkreises, Markus Bauer, und Markus Winzeler, der ebenso dem Förderkreis angehört, appellierten nun an die Stadt, den Davidstern auf das Gebäude zu setzen.

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Dagegen argumentierten die Chefs des Messiaen-Zentrums in Zgorzelec, dass ein güldener Davidstern den Verlust der jüdischen Gemeinde durch die Verfolgung in der NS-Zeit nicht genügend widerspiegle. Sie brachten einen verfremdeten Davidstern ins Spiel, um deutlich zu zeigen, dass es heute in der Stadt kein jüdisches Leben mehr gibt.

Darauf reagiert nun Schulze. Er  sieht nicht die Gefahr, dass die "Untaten brandschatzender Nazis und ihres mörderischen Rassenwahns mit der aufwändigen Wiederherstellung verdeckt werden". Er erwartet, dass der städtische Kulturservice als Betreiber des künftigen Kulturzentrums darauf achtet, dass die Synagoge kein beliebiger "Eventort für Prosecco und Schnittchen" sein wird.

Um an die durch die Nazis verfolgten, vertriebenen und ermordeten Görlitzer jüdischen Glaubens zu erinnern, schlägt Schulze  die Einrichtung eines Gartens der Erinnerung im angrenzenden Teil des Stadtparkes zur Schützenstraße hin vor. Dort könne eine entsprechende Gestaltung an die Namen und Schicksale der Menschen erinnern.

Nach der Sommerpause will die Stadtverwaltung zusammen mit dem Stadtrat das Thema nochmals diskutieren und entscheiden. Die Görlitzer Synagoge soll als Kulturzentrum Ende des Jahres eröffnet werden.

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