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SZ-Redakteure helfen Sportverein ganz praktisch

Die Aktion „Anpacken für gute Nachrichten“ unterstützt Vereine und Einrichtungen. Wie am Sonnabend in Liegau.

Von Bernd Goldammer

Sonnabendvormittag, Sportplatz Liegau: Die D-Jugend der Liegauer hat die Hermsdorfer zu Gast. Auf dem grünen Kunstrasen zeigen die Kleinen, dass sie schon fast so gut wie die Großen sind, und draußen drücken jede Menge Eltern und Großeltern die Daumen. Alles ganz normal also. Alles, wie auf jedem anderen Fußballplatz der Region. Doch Liegau ist kein Fußballverein wie jeder andere. Und das hat mit einer ganz besonderen Mannschaft zu tun, die hier spielt. Eine Mannschaft, in der behinderte und nicht behinderte Fußballer gemeinsam antreten. Zudem gehört auch die Behindertenmannschaft des Epilepsiezentrums Kleinwachau seit Jahren zur Liegauer Fußballabteilung. Das ist – leider – nicht normal auf deutschen Fußballplätzen, und deshalb sind die Liegauer bereits mehrfach für ihr Vorangehen auf diesem Gebiet ausgezeichnet worden. 2013 beispielsweise gab es für sie die mit 5 000 Euro dotierte Urkunde der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball Bundes.

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Und weil Liegau eben kein „normaler“ Fußballverein ist, waren am Sonnabend am Spielfeldrand auch Leute mit Pinsel und Schleifpapier zugange, die sonst in Zeitungsredaktionen am Computer sitzen. „Anpacken für gute Nachrichten“ lautet das Motto, das die Sächsische Zeitung seit einiger Zeit ausgibt und unter dem Journalisten anpacken, wo soziale Einrichtungen oder Vereine tatkräftige Hilfe brauchen. Und so waren am Sonnabend acht SZ-Journalisten aus verschiedenen Ressorts nach Liegau gekommen und gingen zusammen mit acht Akteuren und Betreuern der Kleinwachauer Behinderten-Mannschaft sozusagen an den Start. Heißt in diesem Fall, es wurden Bänke und Holzverkleidungen am Vereinsheim von alter Farbe befreit und mit frischem Anstrich versehen. Hilfe und Geste zugleich, war das Ganze. Denn – auch das will die SZ-Aktion bewirken – der Einsatz der Redakteure schafft auch Öffentlichkeit. „Natürlich wollen wir auch zeigen, dass die viel beschworene Inklusion funktionieren kann“, sagt SZ-Wirtschaftsredakteur Georg Moeritz, der den Hut für die Aktion auf hatte.

Inklusion – ein sperriges Wort für eine eigentlich so einfache Sache. Behinderte und nicht behinderte Menschen sollen nicht neben-, sondern miteinander leben können. Und wie sich sportliche Inklusion anfühlt, kann man auf dem Sportplatz in Liegau-Augustusbad schon lange erleben. Und auch die SZ-Redaktion und das Kleinwachauer Epilepsiezentrum stehen schon seit Längerem in guter Verbindung. Im vergangenen Jahr packten SZ-Journalisten kräftig zu, als es galt, den Kleinwachauern beim Einzug in die neue Außenwohnanlage an der Radeberger Schloßstraße zu helfen. Am Sonnabend nun bekamen über 30 Bänke, Tische und eben auch die Holzverkleidung am Vereinsheim einen neuen Anstrich. „Das hätte unsere Behinderten-Mannschaft sonst allein übernommen, deshalb freuen wir uns sehr über die Hilfe der SZ-Redakteure“, sagt Lutz Höhne, der das Behindertenteam als Mannschaftsleiter betreut. „Fußball“, sagt er, „kommt unseren Integrationszielen besonders nahe, denn Fußball ist ein Mannschaftssport!“ Wobei dieses Miteinander beim SV Liegau-Augustusbad nicht nur für Aktivitäten im Fußball gilt, „sondern für alles, was im alltäglichen Vereinsleben passiert“, fügt Lutz Höhne an.

Übrigens, pinselten die SZ-Redakteure über drei Stunden lang mit durchaus erfolgreichen Sportlern. Denn Kleinwachaus Behindertensportler haben sich längst deutschlandweit einen Namen gemacht. Nicht nur im Fußball, aber auch im Fußball. Kürzlich waren die Liegauer bei den nationalen Special Olympics in Düsseldorf dabei, den deutschen Behinderten-Meisterschaften. Das Kleinwachauer Team schaffte es mit Platz drei sogar auf einen Medaillenplatz. Auch bei der am Freitagabend zu Ende gegangenen Stadtmeisterschaft der Freizeitfußballer in Radeberg waren sie mit dabei und schafften es letztlich unter neun Teams auf Platz sieben.