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SZ zeigt die Schleichwege

Die B 101 ist in Großenhain ab heute komplett gesperrt. Wo geht’s jetzt am schnellsten durch?

Von Manfred Müller

Für vier bis sechs Wochen müssen sich die Großenhainer, die die Stadt in Richtung Norden verlassen wollen, auf längere Fahrzeiten einstellen. Hinter dem Flugplatz wird eine Rohrquerung für das Regenrückhaltebecken am Spitalteich gebaut. Der Kanal hat mehr als anderthalb Meter Durchmesser, so dass für den Bau die Straße komplett unterbrochen werden muss. Die offizielle Umleitung in Richtung Elsterwerda erfolgt über die B 98-Tangente in Richtung Wildenhain, Zeithain und Prösen, wo der Verkehr wieder auf die B 101 geleitet wird. Das ist aber nur für den Fernverkehr praktikabel – kein Einheimischer wird auf die Idee kommen, einen Umweg von mehreren Dutzend Kilometern zu fahren. Die ortskundigen Autofahrer können deshalb die Strecken über Walda-Kleinthiemig, Zabeltitz oder auch Folbern und Adelsdorf nutzen. Die SZ testete vier mögliche Umgehungs-Varianten. Gestartet wurde am Radeburger Platz, Endpunkt war die B 101-Kreuzung in Stroga.

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Strecke 1: Die Ostumfahrung

über die Radeburger Straße

Der morgendliche Berufsverkehr bringt an der Ampelkreuzung Radeburger Platz immer einen gewissen Rückstau auf dem Steinweg mit sich. Davon sind aber alle vier möglichen Umfahrungsstrecken gleichermaßen betroffen. Wer die Rechtsabbiegerspur zur Radeburger Straße benutzt, kann mit etwas Glück immerhin einen Rot-Zyklus einsparen. Dann geht es bis Folbern nur noch geradeaus - nur an der Einmündung der Martin-Scheumann-Straße kann es einen kurzen Ampel-Stopp geben. Die Folberner Ortsdurchfahrt ist noch nicht fertig gebaut, weshalb man am Abzweig Richtung Adelsdorf vorsichtig links abbiegen sollte. Hier fehlt noch die oberste Asphalt-Schicht. Hinter dem Folberner Ortsausgang gilt es noch den Bahnübergang zu überwinden – wenn die Schranke geschlossen ist, kann es wieder eine kurze Wartezeit geben. Die Bahnstrecke ist aber nicht sehr stark frequentiert. Über die Adelsdorfer Ortsdurchfahrt geht es dann in Richtung Skaup. Hinter dem Ort biegt man wieder auf die B 101 ab und kann nun zügig bis Stroga durchfahren.

Streckenlänge: 12 Kilometer, Fahrzeit: 12,20 Minuten

Strecke 2: Die Westumfahrung

über Zabeltitz

Vom Radeburger Platz fährt man über die Elsterwerdaer Straße zum Straßen-Knotenpunkt B 101/B 98. Hier kann zunächst die Ampel an der Albertstraße Wartezeiten verursachen, später der Bahnübergang. Auch die Ampel-Linksabbiegerspur in Richtung B 98 kann bei starkem Verkehr zum Hindernis werden. Ist man aber einmal auf die Bundesstraße eingebogen, geht es zügig bis zum Abzweig Walda. Auf der Straße bis zum Ortsteil Kleinthiemig ist Vorsicht geboten, weil hier morgens Kinder mit dem Fahrrad zur Großenhainer Schachtschule unterwegs sind. Also aufpassen - besonders beim Überholen. Das Gleiche gilt auf der Strecke nach Zabeltitz - hier kommt man unmittelbar an der Grundschule vorbei. Die Zabeltitzer Ortsdurchfahrt ist teilweise in schlechten Zustand; das holprige Pflaster in Richtung Bahnhof sollte man besonders bei Nässe nicht unterschätzen.

Streckenlänge: 12 Kilometer, Fahrzeit: 16,00 Minuten

Strecke 3: Westumfahrung

über Nasseböhla

Der Weg zwischen Radeburger Platz und Walda ist der gleiche wie bei Strecke 2. Vor dem Waldaer Ortsausgang kann man - statt nach Zabeltitz weiterzufahren - auch nach rechts in Richtung Nasseböhla abbiegen. Die Ortsverbindungsstraße ist relativ schmal, so dass man im Begegnungsverkehr aufpassen muss. Der gerade Straßenverlauf verleitet zu Geschwindigkeitsüberschreitungen, also aufpassen! Man passiert die Straßenüberführung über die Bahnstrecke, das Dorf Nasseböhla und biegt schon nach kurzer Zeit links in die B 101 ein.

Streckenlänge: 9 Kilometer, Fahrzeit: 10,05 Minuten.

Strecke 4: Ostumfahrung über

die B 98 und Folbern

Ganz Eilige könnten auf die Idee kommen, den innerörtlichen Verkehr auf der Radeburger Straße zu meiden und stattdessen über die B 98 nach Folbern zu fahren, um dann über den Kreisverkehr in Richtung Adelsdorf zu gelangen. Das ist aber eher nicht zu empfehlen, weil die Straße im Ostteil von Folbern noch nicht fertig gebaut wurde. Sie kann zwar passiert werden, ist aber noch mit Schotter belegt. Außerdem erschweren Absätze die Durchfahrt. Laut Beschilderung ist die Durchfahrt für Anwohner und Lieferfahrzeuge erlaubt. Die SZ testete die Piste dennoch mit.

Streckenlänge: 15 Kilometer, Fahrzeit: 15,20 Minuten

Fazit: Kinder in den Ortsteilen auf

mehr Autos vorbereiten

Bislang brauchte man auf der B 101 für eine Fahrt vom Radeburger Platz nach Stroga etwa acht Minuten – einschließlich Wartezeit an der Bauampel hinter dem Flugplatz. Dagegen erscheinen die Fahrzeiten auf den Schleichwegen zwischen zehn und 15 Minuten keineswegs unzumutbar. Natürlich muss man nun noch etwas Zeit draufschlagen. Testsieger ist mit zehn Minuten die Westumfahrung über Nasseböhla. Es kommt aber auch darauf an, wo man in Großenhain wohnt. Die Bewohner von Kleinraschütz und Großraschütz haben die Westroute wahrscheinlich seit jeher genutzt, weil sie damit die Flugplatz-Ampel umgehen konnten. Für die Naundorfer ist hingegen die Umfahrung über Folbern und Adelsdorf günstiger. Auf alle Fälle werden sich die Bewohner der Dörfer in den kommenden Wochen auf höhere Verkehrsbelastungen einstellen müssen. Sie sollten nicht versäumen, ihre Kinder eindringlich auf die neue Situation hinzuweisen.