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T-Systems will bis zu 6.000 Jobs streichen

Wen es wann wo genau trifft, ist noch unklar. Die Gewerkschaft Verdi kündigt Widerstand an.

© dpa

Bonn/Dresden. Es ist der erste Paukenschlag des designierten Telekom-Chefs Timotheus Höttges: Nach Informationen des Handelsblatts wird der 51-Jährige dem Aufsichtsrat des Konzerns am 12. Dezember einen Plan vorlegen, der den Abbau von bis zu 6.000 Stellen bei der Konzern-Tochter T-Systems vorsieht.

T-Systems gilt seit Langem als Sorgenkind des Konzerns. Das Unternehmen übernimmt und managt die IT-Sparte von Großkonzernen. Doch das Geschäft ist wettbewerbsintensiv und wirft nur geringe Gewinne ab. Auf T-Systems entfällt zwar rund ein Sechstel der Umsätze des Konzerns, aber nur ein Sechsundzwanzigstel des operativen Ergebnisses. Der operative Gewinn der Tochter habe 2012 nur bei 1,1 Prozent gelegen – vor Zinsen und Steuern, heißt es bei der Telekom. Deshalb sollen dort laut Handelsblatt in den kommenden drei Jahren 4.000 bis 6.000 Arbeitsplätze gestrichen oder verlagert werden. Auf Nachfrage wollten weder die Telekom noch T-Systems zu den Zahlen Stellung nehmen. Ein Sprecher bestätigte aber, dass es Umbaupläne gebe.

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T-Systems beschäftigt weltweit aktuell rund 50.000 Mitarbeiter – davon mindestens 2.300 in Sachsen. So arbeiten allein in der Zentrale der Tochter T-Systems Multimedia Solutions, die in Dresden angesiedelt ist, 1.000 Beschäftigte. Hinzu kommt das Personal von drei T-Systems-Niederlassungen in Dresden (800), Leipzig (390) und Chemnitz (120).

Für konkretere Details zum Abbau ist es auch aus Gewerkschaftssicht „noch zu früh“. Verdi-Sprecher Jan Jurczyk spricht von einer „Drohgebärde“ Höttges‘, der ab 2014 die Telekom führen wird. Hellhörig sei Verdi gleichwohl – in den Plänen soll erstmals auch von „betriebsbedingten Beendigungskündigungen“ für etliche Mitarbeiter die Rede sein. Dagegen werde sich Verdi „mit allen Mitteln“ wehren, sagte Jurczyk und kündigte der Telekom einen „heißen Winter“ an. (SZ/rad)