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Tänzer beleben Riesa

Weltoffen. Die Athletenwirbeln für die Stadt. Sie machen Riesa weltweit als Sportmetropole bekannt.

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Von Julia Polony

Als ob sich die ganze Welt nur um ihn drehe, so sitzt der Riesaer Riese als Räuchermännchen-Figur auf dem Globus und qualmt fröhlich vor sich hin. Verfolgt man die Show- und Stepptanz-Weltmeisterschaften in der Erdgasarena oder geht derzeit durch die Stadt, könnte das gleiche positive Gefühl aufkommen.

Zu den diesjährigen Tanzwochen reisen rund 3000 internationale Spitzensportler mit ihren Trainern und Familien an die Elbe und beleben nicht nur rein optisch die Straßen und Plätze. Die Tanz-WM hat sich auch zu einem enormen wirtschaftlichen Faktor in der Sportstadt entwickelt. Darüber waren sich die Teilnehmer des Riesaer Wirtschaftsforums am Montagabend einig und ehrten eine kleine Delegation der International Dance Organization (IDO), dem Veranstalter der WM.

Die Gäste bleiben im Schnitt drei Tage. Davon profitieren Hotels, Restaurants, deren Zulieferer und natürlich die Händler. Grob geschätzt lässt ein Tänzer 180 Euro allein an Übernachtungs- und Verpflegungskosten hier. „Die WM ist eine gewaltige Wirtschaftskraft für die Region geworden“, sagt IDO-Vizepräsident Michael Wendt. In diesem Jahr werden insgesamt 5000 zur Tanz-Weltmeisterschaft kommen. Sie sind verteilt auf über 20 Hotels und mehrere Jugendherbergen in der Region. Über 4500 Übernachtungen wurden von Riesa bis Meißen, Oschatz, Dahlener Heide, Dresden gebucht.

Mit der Entwicklung der Stadt sei auch der Sport in Riesa gewachsen. „Die Leute sind weltoffener geworden, und alles, was versprochen wurde, wurde gehalten“, so Wendt weiter. So werden mittlerweile die Speiseangebote in Restaurants auch auf Englisch in die Karte geschrieben, englische Informationen hängen in den Geschäften.

Andree Schittko, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Innenstadt Riesa (WIR), kann die Fortschritte bestätigen: „Die Händler spüren natürlich, dass in diesen zwei Wochen mehr los ist als sonst und haben sich auch darauf eingestellt.“ Gerade in der Vorweihnachtszeit bummeln Tänzer mit ihren Familien gern durch die Einkaufspassagen, um Mitbringsel oder Geschenke zu kaufen. Außerdem werde versucht, den Tänzern der Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. In der Erdgasarena stehen ihnen zum Beispiel Dolmetscher zur Verfügung, die begleitete Stadtrundfahrten und Shoppingtouren anbieten. „Wir haben gezielt auf verbesserte Angebot hin gearbeitet und werden diese auch weiter ausbauen“, so Schittko. „Vielleicht bringen wir Händler direkt in die Arena oder verstärken den Pendelverkehr der Stadtbahn. Wir bleiben dran, schließlich sollen die Tanzwochen in Riesa bleiben.“

Nicht zuletzt habe sich Riesa auch international einen sehr guten Ruf erarbeitet. So heiße es: „Wenn du eine gut organisierte Veranstaltung machen willst, geh nach Riesa!“