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Döbeln

Tafel schließt Ausgabestellen wegen Corona

In der kommenden Woche ist nur noch die Ausgabestelle in Döbeln geöffnet. Mangel gibt es zurzeit bei Toilettenpapier.

Noch sind die Fahrzeuge der Tafel auf Tour, um in der Region Lebensmittel aus den Geschäften abzuholen. Aber das Personal reicht nicht mehr, um alle Ausgabestellen zu besetzten.
Noch sind die Fahrzeuge der Tafel auf Tour, um in der Region Lebensmittel aus den Geschäften abzuholen. Aber das Personal reicht nicht mehr, um alle Ausgabestellen zu besetzten. © Dietmar Thomas

Döbeln. Obwohl viele Supermärkte, Discounter und Lebensmittelhändler dieser Tage oft leere Regale auffüllen müssen, bleibt für die Tafel noch genug übrig. Das sagte am Freitagvormittag Romy Richter, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins Netz-Werk Mittweida. Trotzdem wird es ab der kommenden Woche Einschränkungen bei dem Angebot für Bedarfsgemeinschaften geben.

Die Ausgabestellen in Hartha, Waldheim und Roßwein bleiben geschlossen. Grund ist vor allem die personelle Situation des Vereins. Für die Betreuung der Tafeln im Raum Döbeln sind derzeit noch acht Personen übrig. Ehrenamtliche, Bundesfreiwillige sowie Beschäftigte über eine geförderte Maßnahme. Viele ehrenamtlich Engagierte müssen dieser Tage ihre Tätigkeit ruhen lassen. „Sie gehören zur Risikogruppe“, begründet Richter. Von Montag bis Freitag sind die verbleibenden acht Helfer in der Region unterwegs, um Lebensmittel, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs aus den Märkten und Geschäften abzuholen.

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Die Ware dort ist derzeit noch ausreichend, um die Kunden bedienen zu können. Lediglich ein Bäcker habe dem Verein bisher abgesagt. Und auch Toilettenpapier sei Mangelware. „Die Menge an Obst und Gemüse sowie Frischware wird sich bestimmt verringern“, vermutet Richter.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<< 

Ausgegeben wird die Ware in der kommenden Woche in der Region Döbeln nur noch an der Hauptausgabestelle in Döbeln an der Eichbergstraße 1. Geöffnet wird dort am kommenden Donnerstag von 9.30 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr. Auch die Kunden aus Waldheim, Hartha sowie Roßwein können sich dort Waren abholen. Doch für viele wird das mit Sicherheit nicht einfach werden. 

Wie Romy Richter bestätigt, sind nur die wenigstens mobil. Und auch im öffentlichen Personennahverkehr wird in den kommenden Wochen mit Einschränkungen gerechnet. Ab Montagfahren die Busse auch bei Regiobus Mittelsachsen nur noch nach Ferienfahrplan. „Mehr als Döbeln offen zu halten, kann ich aber nicht. Andere Tafeln schließen komplett“, bedauert die stellvertretende Geschäftsführerin.

Schon am vergangenen Donnerstag war der Ansturm auf die Ausgabestellen in der Region groß. Insgesamt 75 Bedarfsgemeinschaften sind nach Angaben von Richter bedient worden. „Alle haben sehr vernünftig reagiert und die Abstände eingehalten“, sagt Richter.

Nicht nur bei diesem Angebot des Vereins gibt es derzeit Einschnitte. Ganz geschlossen werden mussten die Gebrauchwarenhäuser von Möbelwert. Auch davon befindet sich eines in Döbeln. Grund dafür war die Verfügung zur Schließung der Geschäfte. Aber auch die Polsterei und Radwerkstatt sowie Möbelaufbereitung mussten geschlossen werden, da diese von Zuverdienstprojekte von Mitgliedern der Risikogruppe betrieben worden sind. „Um die Infektkette weiter zu unterbrechen, können wir die Angebote nicht fortführen“, bedauert Richter. Am Donnerstag wurden die Einrichtungen daher geschlossen. Die Kaufhäuser sind seit Mittwoch zu.

Romy Richter ist den Helfern, die jetzt noch im Dienst sind, sehr dankbar, dass sie den Betrieb aufrechterhalten. „Ich bin sehr froh, dass wir dadurch die Ausgabestellen der Tafel in Döbeln sowie Mittweida noch bedienen können.“

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