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Hoyerswerda

Tafelschließungen und Hilfsmaßnahmen

Das Coronavirus hat Auswirkungen auf Tafel-Kunden: Hoyerswerda, Weißwasser und Bernsdorf sind zu.

Madlen Krenz (rechts), Einrichtungsleiterin des Hoyerswerdaer „Hauses der Begegnungen“, hier mit Katrin Scholz, musste mitteilen: „Vorerst geschlossen“.
Madlen Krenz (rechts), Einrichtungsleiterin des Hoyerswerdaer „Hauses der Begegnungen“, hier mit Katrin Scholz, musste mitteilen: „Vorerst geschlossen“. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda/Weißwasser. Auch an Sozialeinrichtungen geht die Corona-Situation nicht vorbei. Das Sozialkaufhaus im WK IV in Hoyerswerda hat geschlossen. Ebenso das „Haus der Begegnungen“ in Trägerschaft des Vereins „Vereinbarkeit von Beruf und Familien fördern“. Für alle Besucher und Nutzer der Suppenküche, der Tafel sowie aller anderen dortigen Anlaufpunkte wie Möbelwerkstatt und Nähstube bleibt das Haus in der Ulrich-v.-Hutten-Straße 31-33 bis auf Weiteres geschlossen.

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„Damit orientieren wir uns an der Leitlinie der Bundesregierung und des Freistaates Sachsen“, teilte Einrichtungsleiterin Madlen Krenz auf Anfrage mit. Für viele Tafelkunden stellt diese Situation eine neue große Herausforderung dar, wenngleich, wie Madlen Krenz immer wieder betont: „Die Tafel war und ist, auch ohne Corona, nicht dafür gedacht, die Kühlschränke und Vorratskammern von Bedürftigen komplett zu füllen. Wir unterstützen und ergänzen nur die Dinge des täglichen Bedarfs an Lebensmitteln und können deshalb auch immer nur das an unsere Kundschaft herausgeben, was Spender wie Supermärkte an die Tafeln weitergeben.“

„Mutmacher-Frühstücken“ fällt aus

Zudem sind alle Veranstaltungen in der Einrichtung wie auch das geplante neue Angebot von „Mutmacher-Frühstücken“ bis auf Weiteres gestrichen. Diese Form der Begegnung, die in Zusammenarbeit mit den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven Hoyerswerda/Ostsachsen (RAA) organisiert wird, ist für sozial benachteiligte Menschen gedacht. Mittels Gesprächen, Kontaktvermittlungen und Hilfsangeboten können sich Interessierte informieren und neuen Mut schöpfen, um ihre Lebenslage nachhaltig zu verbessern. Zu gegebener Zeit wollen die Organisatoren das Konzept wieder aufgreifen. Aber jetzt haben, wie in anderen Einrichtungen und Anlaufstellen auch, erst einmal andere Dinge Priorität. „Wir hoffen, alles in kurzer Zeit und bei voller Gesundheit hinter uns zu lassen, damit die Tafel bald wieder öffnen kann. Wir bitten unsere Kunden um Verständnis für diese Entscheidung, die wir uns wirklich nicht leicht gemacht haben“, ist Madlen Krenz über die Schließung der Tafel sehr unglücklich. Am 30. März ist eine Krisensitzung beim vbff geplant, um zu schauen, wie es weitergehen soll.

Bernsdorf rät zu Kamenz

Auch Silvio Thieme, der Leiter des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Bernsdorf, teilte den Tafelkunden mit, dass nach Verständigung mit der Kamenzer Tafel das MGH in Bernsdorf als Anlaufstelle unter Vorbehalt die nächsten zwei Wochen nicht angefahren und damit auch nicht mit Lebensmitteln beliefert werden könne. „Es tut mir sehr leid, aber man kann an jedem Tag in der Woche von Montag bis Freitag ab 14 Uhr die Tafel in Kamenz besuchen. Wenn jemand eine gute Idee hat, wie wir unter den gegebenen Umständen trotzdem die Ausgabestelle im MGH Bernsdorf beliefern können, kann er sich gern bei mir melden“, erklärt Silvio Thieme. Der Einrichtungsleiter und weitere Partner wie Vertreter der Sparkasse und Mitarbeiterin Tina Götze vom Projektbüro Kube 42 wollen zeitnah beratschlagen, wie Bedürftige unterstützt werden können, die nicht in der Lage sind, bis nach Kamenz zu fahren.

Am Donnerstag, dem 19. März, fanden dazu erste Gespräche zwischen Vertretern des MGH, des Projektbüros „Kube 42“ Bernsdorf, der Kirchgemeinde Großgrabe/Oßling und Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel statt. „Es wird zeitnah einen Aufruf bei Facebook geben, in dem wir freiwillige Helfer suchen, auf die wir bei Bedarf zurückgreifen können. Dafür wird in den nächsten Tagen auch eine Koordinierungsstelle bei der Stadt eingerichtet werden“, erklärte Silvio Thieme.

Erfreuliches gibt es aus Lauta zu berichten: Laut Auskunft von Bürgermeister Frank Lehmann bleibt die dortige Tafel in der Straße der Freundschaft 77 (wie auch von Dietmar Lehmann, dem Vorsitzenden des Tafel-des Ortsvereins telefonisch mitgeteilt, für Bedürftige zu den gewohnten Zeiten weiterhin geöffnet. Das war zumindest der Stand vom 18. März gegen 14 Uhr – der kann jetzt schon ein ganz anderer sein.

In Weißwasser hat die von der Caritas betriebene Tafel in der Uhlandstraße seit letzten Dienstag geschlossen. Hier gab es eine Lebensmittelausgabe, Mittagsversorgung, Kleiderkammer und verschiedene Treffpunktangebote.