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Tag der Sachsen abgesagt - Riesa fühlt mit

Jetzt steht fest: Nach Riesa setzt das größte Volksfest wegen der Corona-Folgen ein Jahr aus.

Auf der Festbühne vor dem Riesaer Rathaus sah noch alles gut aus: Am 8. September 2019 überreichte Riesas OB Marco Müller (m.) den Staffelstab an Heinrich Kohl, OB von Aue-Bad Schlema. Daneben Kuratoriums-Chef Matthias Rößler.
Auf der Festbühne vor dem Riesaer Rathaus sah noch alles gut aus: Am 8. September 2019 überreichte Riesas OB Marco Müller (m.) den Staffelstab an Heinrich Kohl, OB von Aue-Bad Schlema. Daneben Kuratoriums-Chef Matthias Rößler. © Sebastian Schultz

Riesa. Wer hätte das damals gedacht? Am 8. September 2019 überreichte OB Marco Müller auf der Festbühne vor dem Riesaer Rathaus an seinen Amtskollegen Heinrich Kohl aus Aue-Bad Schlema den Staffelstab für den Tag der Sachsen 2020. Seit Gründonnerstag steht fest: Aus der Nachfolge wird nichts.

Sachsens größtes Vereins- und Verbandsfest wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden. Das haben Kuratoriums-Präsident Matthias Rößler und Heinrich Kohl bekanntgegeben. Das Volksfest wird später in der Erzgebirgsstadt nachgeholt. Die Stadt Aue-Bad Schlema hatte beantragt, das Fest zu verschieben.

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Eigentlich sollte der 29. Tag der Sachsen in diesem Jahr vom 4. bis 6. September in der Erzgebirgsstadt gefeiert werden. Ein neuer Termin steht bislang noch nicht fest - denn 2021 ist erst einmal Freital dran, wo in dem Jahr das 100-jährige Bestehen der Stadt begangen wird. 

Rößler bezeichnet die Entscheidung als schmerzhaft: "Die Vorbereitung auf das größte Vereins- und Heimatfest des Freistaates Sachsen erstreckt sich über mehr als zwei Jahre und bezieht einen großen Kreis an Beteiligten ein; daher sind bereits sehr viele Stunden an Arbeit in die Planungen und Organisation geflossen." Momentan gelte es aber, zuallererst die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen.

Eineinhalb Jahre Arbeit vergebens

Aues OB Heinrich Kohl erinnert sich an die Übergabe durch den Vorgänger Riesa: "Am 9. September 2019 haben die Mitglieder des Auer Radsportvereins den Staffelstab aus Riesa nach Aue-Bad Schlema gefahren. Seit mehr als eineinhalb Jahren beschäftigen sich Mitarbeiter der Stadt, zahlreiche Institutionen, Vereine, städtische Gremien, Veranstalter und Firmen mit dieser herausragenden Aufgabe." In unzähligen Stunden sei die Ausrichtung des "Tag der Sachsen" geplant worden.

Die von keinem vorhersehbare und zeitlich nicht abschätzbare Sonderlage durch das Coronavirus stellt Aue-Bad Schlema nun aber vor große Probleme: "Da die Virologen deutlich gesagt haben, auf welche Weise das Gesundheitssystem vor Überforderung geschützt werden kann, nämlich durch Verzögerung der Infektionswelle bis in den Sommer hinein, war schnell klar, dass ein Volksfest mit circa 250.000 erwarteten Besuchern jeden Alters schon aus objektiven Gründen nicht schon im September 2020 stattfinden kann."

So sah es beim Tag der Sachsen im September 2019 auf der Riesaer Hauptstraße aus. Jetzt steht fest: Dieses Bild wird sich wegen Corona in diesem Jahr nicht wiederholen.
So sah es beim Tag der Sachsen im September 2019 auf der Riesaer Hauptstraße aus. Jetzt steht fest: Dieses Bild wird sich wegen Corona in diesem Jahr nicht wiederholen. © Sebastian Schultz

In den vergangenen Tagen hätten sich zudem mehrere Tag-der-Sachsen-Partner mit dem Hinweis gemeldet, dass eine Weiterarbeit an Konzepten nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Das betrifft unter anderem sämtliche Konzepte zur Verkehrsplanung, zur Ver- und Entsorgung, das Sicherheitskonzept sowie das Sanitätskonzept. Schließlich zählen die verantwortlichen Bereiche zum Großteil zur kritischen Infrastruktur - und müssen derzeit ihrem Kerngeschäft nachgehen.

Laut Sächsischer Staatskanzlei ist es erst das zweite Mal, dass Sachsens größtes Vereins- und Heimatfest ausfallen muss - nur bei der Jahrhundertflut 2002 kam das schon einmal vor. Der Freistaat werde die Stadt Aue-Bad Schlema mit den bereits entstandenen Kosten nicht allein lassen.

In Riesa ist man von der Absage nicht überrascht: Als Vorjahresausrichter stehe man mit dem Kuratorium und mit Aue-Bad Schlema in engem Kontakt, sagt Rathaus-Sprecher Uwe Päsler. "Die erläuterten Gründe sind absolut nachvollziehbar."

Man habe die Vertreter von Aue-Bad Schlema zum Tag der Sachsen in Riesa als sehr sympathische Leute kennengelernt, die schon voller Vorfreude und hoch motiviert waren. "Es ist zu wünschen, dass sie sich nicht runterziehen lassen und ihre Motivation unbedingt bewahren", sagt Päsler. Aber wie die Riesaer haue ja bekanntlich auch die Erzgebirgler so schnell nichts um: "Wir stehen ihnen gern auch weiterhin mit Rat und Tipps zur Seite."

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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