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Tag der Sachsen im Internet

Die Betreiber des Internet-Jugendportals Sächsische Schweiz stellten in Vorbereitung des Tages der Sachsen die Domain „Tag-der-Sachsen.net“ ins Netz. Wie die SZ bereits berichtet, wurde ihnen das jetzt verboten. Kristian Fürst von der Aktion Zivilcourage Pirna schreibt dazu:

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Die Betreiber des Internet-Jugendportals Sächsische Schweiz suchten Anfang des Jahres im Internet nach Informationen zum Tag der Sachsen in Sebnitz. Sie stellten jedoch fest, dass dazu nicht viel konkretes zu finden war. Besonders nach Angeboten für Jugendliche suchten sie vergebens. Man überlegte nicht lange und schmiedete den Plan, selbst ein Angebot ins Weltnetz zu stellen. Gesagt, getan. Die Domain „tag-der-sachsen.net“ wurde angemeldet und sollte dem Projekt einen Namen geben.

Auf telefonische Nachfrage beim Kuratorium verwies man die engagierten Jugendlichen direkt an das Organisationsbüro der Sebnitzer Stadtverwaltung, Einwände gegen das Projekt hatte man nicht. Auch der Sebnitzer Hauptamtsleiter Carsten Engel zeigte sich erfreut über die Idee und erlaubte den Jugendlichen, Inhalte der Sebnitzer Internetseite zu übernehmen.

So machten sich die Betreiber des Jugendportals ans Werk, sammelten Informationen und stellten sie in ansprechender Form und im besonderen Hinblick auf jugendliche Besucher ins Internet.

Der Tag der Sachsen rückte näher und auch Pressevertreter begannen nun im Internet nach Angeboten zu recherchieren. Dabei stießen sie auf besagte Seite und fragten beim Kuratorium nach, ob man über die Existenz des Projektes wisse.

Vor allem weil dies zur Zeit die einzige Internetpräsentation ist, auf der zahlreiche aktuelle Informationen geboten werden und weil sich auf anderen Seiten nicht viel geändert hat.

Die Mitarbeiter des Kuratoriums zeigten sich erstaunt über die Existenz der Seite, stellten aber sofort fest, dass man die Verwendung „Tag der Sachsen“ in der Domainbezeichnung auf deren Rechtmäßigkeit prüfen müsse.

Gesagt, getan: Die Betreiber von „tag-der-sachsen.net“ erhielten ein Schreiben aus der Rechtsabteilung der Sächsischen Staatskanzlei, in dem sie aufgefordert wurden die Verwendung der Domainbezeichnung zu unterlassen.

Die Jugendlichen kamen der Aufforderung nach, änderten den Inhalt unter der strittigen Domain entsprechend und meldeten den Vollzug wie aufgefordert an die Staatskanzlei. Gleichzeitig drückten sie aber auch ihr Unverständnis über das Handeln der Staatskanzlei aus und fragten beim zuständigen Referatsleiter nach, was denn falsch daran sei, die Marke „Tag der Sachsen“ zu einem ihr selbst förderlichen Zweck zu verwenden.

Eine schriftliche Antwort auf ihre Fragen erhielten die Jugendlichen bis heute nicht und auch Versuche, telefonisch nachzuhaken wurden unter fadenscheinigen Begründungen im Keim erstickt. In der Presse lasen die Initiatoren des Projektes dann, man wisse nicht, ob sie an einer Kooperation interessiert seien.

Ungerecht fühlen sich die Jugendlichen behandelt. Daniel Mathe, einer der Initiatoren meint: „Bis zum Tag der Sachsen werden wir wohl keine Antwort mehr erhalten und später ist es sowieso nicht mehr interessant für die Öffentlichkeit.“

Das Jugendprojekt, über das derzeit so viel diskutiert wird, ist jetzt mit den Seiten erreichbar unter der Adresse www.raspunicum.de/tds.

Hoffen wir, dass die sächsische Staatskanzlei ihren Standpunkt noch einmal überdenkt und dass nicht noch mehr gute Ideen von Jugendlichen zwischen den langsam mahlenden Mühlsteinen aus Zuständigkeiten und Paragrafen zermalmt werden. Die Betreiber des Jugendportals werden übrigens zum Tag der Sachsen in Sebnitz mit einem eigenen Stand an der Bühne von DGB und Aktion Zivilcourage Pirna präsent sein.

http://jugendportal.mumesh.de

http://www.tag-der-sachsen.net

http://www.raspunicum.de/tds