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Tag der Sachsen in Sebnitz ausgebremst

Zumindest 2023 wird Sachsens größtes Volksfest nicht in Sebnitz stattfinden. Schuld ist das Coronavirus.

Tag der Sachsen 2019 in Riesa. 2020 wäre Aue-Bad Schlema dran gewesen. Das Fest ist längst abgesagt.
Tag der Sachsen 2019 in Riesa. 2020 wäre Aue-Bad Schlema dran gewesen. Das Fest ist längst abgesagt. © Sebastian Schultz

Die Stadt Sebnitz wird sich entgegen der bisherigen Planung wohl doch nicht als Austragungsort für den Tag der Sachsen 2023 bewerben. Das kündigte Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung an. 

"Ich sehe mich augenblicklich außerstande, ein Finanzierungskonzept vorzulegen", sagte Ruckh. Angesichts der Corona-Krise habe man derzeit andere Sorgen. Die Stadt beziffert ihre Verluste vor allem aufgrund fehlender Steuereinnahmen auf über 1,3 Millionen Euro und hat gerade ein Maßnahmen-Paket verabschiedet, um dem zu begegnen.

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Die Pandemie hat die Abfolge bei Sachsens offiziell größtem Volks- und Vereinsfest ohnehin durcheinandergebracht. In diesem Jahr sollte der Tag der Sachsen am ersten Septemberwochenende in Aue-Bad Schlema stattfinden. Die Erzgebirgsstadt hat das Fest wegen des Coronavirus aber bereits Anfang April abgesagt und um eine Verschiebung auf ein späteres Jahr gebeten. Das Kuratorium des Tags der Sachsen hatte dem zugestimmt.  

Für 2021 ist bereits Freital als Austragungsort gesetzt. Die Stadt feiert im kommenden Jahr zugleich ihren 100. Stadtgeburtstag. Für Aue-Bad Schlema kämen also theoretisch 2022 oder 2023 als Nachholtermine infrage, wobei die Erzgebirgler laut Aussage des Sebnitzer OB Mike Ruckh bereits signalisiert hätten, sich auf 2023 zu orientieren - und damit auf das Jahr, in dem Sebnitz das Volksfest austragen wollte.

Bürgerentscheid ist bindend

Die endgültige Entscheidung über den neuen Termin für Aue-Bad Schlema trifft das Kuratorium Tag der Sachsen unter Vorsitz von Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU). Die nächste Sitzung des Gremiums soll im Juni stattfinden. Der Sebnitzer OB kündigte an, die Entwicklung abzuwarten. Es sei aber unredlich, eine Gegenkandidatur zu starten, wenn Aue-Bad Schlema das Jahr 2023 als Nachholtermin bevorzugen würde. 

Für Sebnitz hätte 2023 das 20-jährige Jubiläum markiert, nachdem die Stadt bereits im Jahr 2003 zum ersten Mal Gastgeber des Tags der Sachsen war. Sollte der Termin jetzt infolge der Corona-Pandemie und den damit verbundenen finanziellen Auswirkungen platzen - wonach es aussieht -, ist mindestens ein neuer Ratsbeschluss nötig. Der Sebnitzer Stadtrat hatte sich im Januar per Beschluss auf 2023 als Austragungstermin festgelegt.   

Damit wäre das Fest aber nur für maximal zwei Jahre aufgeschoben. Denn auf Initiative der CDU-Fraktion im Sebnitzer Stadtrat hatte es zuvor einen Bürgerentscheid über den Tag der Sachsen gegeben. Exakt  63,78 Prozent der abstimmenden Einwohner sprachen sich dafür aus, dass Sebnitz sich im "Zeitraum 2023 bis 2025" als Austragungsort des Tags der Sachsen bewerben soll. 

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An diesen Entscheid ist die Stadt nach wie vor gebunden. Ein Bürgerentscheid kann laut sächsischer Gemeindeordnung innerhalb von drei Jahren nur durch einen neuen Bürgerentscheid abgeändert werden. Innerhalb dieser Frist lässt er sich nicht einfach per Stadtratsbeschluss aufheben.     

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