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Tagesmütter mit Waldorf-Pädagogik

An der Dresdner Straße in Bautzen werden jetzt in der „Kinderstube Sonnenwiege“ und im „Igelnest“ Krippenkinder betreut. Am Sonnabend gibt es Einblicke.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Der rote Ball hat es der kleinen Agata angetan. Aber auch Sandkuchen-Backen gefällt ihr. Zusammen mit der Tagesmutter Sabine Wünsche erobert das Mädchen den Garten hinter der „Kinderstube Sonnenwiege“. So hat die Waldorf-Pädagogin ihre Tagespflege genannt, die sie in diesen Tagen an der Dresdener Straße 19 eröffnet hat. Zwei Häuser weiter, in der Nummer 23, gibt es eine weitere Tagespflege, die von Silke Clemens geleitet wird und den Namen „Igelnest“ trägt. Beide Tagesmütter waren früher im Waldorf-Kindergarten an der Dr.-Peter-Jordan-Straße beschäftigt, der aber seit einem reichlichen Jahr nicht mehr nach dem Waldorf-Konzept arbeitet.

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Nun wollen die beiden ausgebildeten Waldorf-Pädagoginnen als Tagesmütter nach ihren Prinzipien weiterarbeiten. Mit der Stadtverwaltung gibt es eine Vereinbarung, dass die beiden Tagespflegestellen bezuschusst werden. Sabine Wünsche findet, dass es für die Eltern eine Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten geben sollte, damit sie sich für das Konzept entscheiden können, das für sie am stimmigsten ist.

Eine Lebenseinstellung

Sabine Wünsche sagt: „Waldorf – das ist eine Lebenseinstellung!“. Sie möchte den Kindern helfen, ihren Platz im Leben zu finden. Deshalb müsse man individuell auf jedes Kind eingehen, erspüren, was es gerade braucht. Denn die Kinder zeigten sich jeden Tag neu. Wichtig sei es, auf die Bewegungsentwicklung der Kleinen zu achten. So gibt es spezielle Stühle mit angebautem Esstischchen, die die Kinder schon selbst erklettern können. Oder eine Sitz-Schaukelkombination, mit deren Hilfe die Kleinen das Treppensteigen, aber auch das Balancieren üben können.

Zum speziellen Konzept der Waldorf-Pädagogik gehört es auch, mit einfachen, aber vielfältig verwendbaren Materialien, wie zum Beispiel Holz, Filz oder Wolle zu arbeiten. Am besten sei es, wenn die Kinder viel draußen sein können. Da gebe es so viel zu entdecken, vom bunten Blatt bis zum kleinsten Käfer. Bei der Wahl der Räumlichkeiten hatten sich Sabine Wünsche und Silke Clemens deshalb für den Standort an der Dresdener Straße entschieden, weil es hinter der Häuserzeile bereits einen schönen großen Spielplatz mit viel Grün gibt. Dieser kann von beiden Tagespflegeeinrichtungen, aber natürlich auch von den Kindern und Enkeln der Hausbewohner genutzt werden.

Die beiden Wohnungen, die zu Tagespflegestätten umgestaltet wurden, standen zuvor einige Zeit leer. Der Vermieter, die Mietergenossenschaft Gaia, habe die Räume für die neue Nutzung extra vorrichten lassen, sagt Sabine Wünsche. Nur die Farbgestaltung hätten die Tagesmütter selbst übernommen. Zu ihren Prinzipien gehört übrigens auch, dass die den Kindern angebotene Bio-Kost selbst gekocht wird. Beide Tagesmütter gehören dem Verein für Kindertagespflege Bautzen an, der regelmäßigen Austausch, Fortbildung und eine Sammelhaftpflichtversicherung bietet.

Nachmittag der offenen Tür in der Dresdener Straße 19 und 23: Sonnabend von 13 bis 17 Uhr.