merken
PLUS

Radebeul

Tagesmutter lädt Neugierige ein

Die Tagesmütter wollen auf sich aufmerksam machen. Eingeladen sind auch Stadträte. Mit den Kommunen gibt es nämlich gehörig Streit.

© Stefan Sauer/dpa (Symbolfoto)

Coswig. Die Informations- und Koordinierungsstelle Kindertagespflege in Sachsen (IKS) organisiert vom 6. bis 11. Mai eine landesweite Aktionswoche für Kindertagespflege. Ziel ist es, die Betreuungsform Kindertagespflege transparent zu machen und die öffentliche Wahrnehmung bei Eltern, Vertretern von Kommunen, Verwaltung und Politik zu stärken.

Anne Fischer von der Kindertagespflege Igelnest in Coswig öffnet am Dienstagnachmittag ihre Türen für Interessierte. „Die Gäste können sich dabei gern vor Ort über die Kindertagespflege im Allgemeinen sowie über das pädagogische Angebot im Speziellen informieren“, erklärt sie.

Anzeige
Wie leben Familien in Sachsen?

Die große Umfrage zur Familienzufriedenheit geht in eine neue Runde. Jede Antwort zählt!

Eingeladen hat sie auch Coswiger Stadträte. Denn mit den Kommunen gibt es derzeit Streit um die Bezahlung. Tageseltern aus Coswig, Radebeul und Moritzburg haben sich zu einer IG zusammengeschlossen und Klage eingereicht. Denn sie bekommen zwar seit 2018 mehr Geld, fordern nun aber auch rückwirkend höhere Beträge.

Im vergangenen Jahr haben die Tagesmütter der IG mit den Kommunen verhandelt. Die Erhöhung, die es schließlich gab, sei die absolute Schmerzgrenze, sagen sie. „Wir steuern auf die Altersarmut zu.“ Und: „Ohne unsere Männer, die Geld verdienen, würde es nicht gehen.“ 

Für ein Kind, das neun Stunden von ihr betreut wird, bekommt eine Tagesmutter aktuell rund 600 Euro. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Förderleistung - also die Betreuung des Kindes - und Sachkosten in Höhe von 90 Euro, die für Miete, Heizung und Spielzeug anfallen. Allerdings gelten sie als Freiberufler und müssen deshalb alle entstehenden Unkosten selbst bestreiten und Rücklagen bilden. Am Ende bleibt den Tagesmüttern so ein Bruttogehalt von weit unter 2.000 Euro für eine 45-Stunden-Woche.

Ein Problem: die unklare Rechtslage. Es gibt kein Gesetz und keinen Tarifvertrag, der die Höhe der Bezahlung eindeutig regelt. Tageseltern gelten zwar als selbstständig, aber sie können nicht selbst über Preise bestimmen. Mit den Kommunen ist es bisher nicht zu einer außergerichtlichen Einigung gekommen. (SZ/pz)

Tag der offenen Tür am 7. Mai von 15 bis 18 Uhr: Kindertagespflegestelle „Igelnest“, Hohensteinstraße 17, Coswig, Interessenten melden sich bitte vorab unter der Rufnummer
0172 3663565 an.