SZ +
Merken

Talsperrenverwaltung baut Wehr im Schwarzen Schöps zurück

Fische können sich dadurch freier bewegen. Der Rückbau verbessert auch den Schutz vor Hochwasser.

Teilen
Folgen

Der Rückbau des Heidewehres im Schwarzen Schöps ist abgeschlossen. Wie die Landestalsperrenverwaltung mitteilt, wurde die Anlage zu einer Fischrampe umgebaut.

Das Heidewehr war in einem schlechten Zustand. Ein Defekt der Anlage behinderte eine sichere Bedienung. Das Wehr erzeugte einen Stau, der bis in das Arnsdorfer Wasser reichte. Sein Abriss war Teil des Hochwasserschutzkonzeptes für den Schwarzen Schöps.

Hindernis wird beseitig

Mit dem Umbau des Wehrs soll der Schwarze Schöps hydraulisch und ökologisch effizienter gestaltet werden. So wurde ein Hindernis beseitigt, das Fische und andere Wasserlebewesen nicht überwinden konnten. Die vorhandene Anlage wurde abgerissen und durch eine Stützschwelle mit anschließender Sohlgleite (vergleichbar mit einer Rampe) ersetzt. Die neue Sohlgleite ist reichlich 73 Meter lang und überwindet eine Höhe von anderthalb Metern. Sie fällt ins Unterwasser ab und geht dort in einen Beckenpass aus zehn Becken über,. Das soll den Aufstieg von Fischen ermöglichen. „Nun können sich die Fische freier durch die Lausitz bewegen“, sagt der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung Norbert Ziegler. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur Renaturierung und Revitalisierung der sächsischen Flüsse.“ Der Abriss der Wehre gewinnt auch für den Hochwasserschutz in der Region an Bedeutung.

Guter Fluss-Zustand gefordert

Der Rückbau ist über ein Programm des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt- und Landwirtschaft erfolgt. Damit werden auch EU-Richtwerte in Sachsen umgesetzt. Diese fordern die Herstellung eines „guten Zustandes“ der europäischen Gewässer bis 2010. Ein zentraler Bestandteil der Richtlinie ist neben der Durchgängigkeit der Gewässer für Fische und andere Wasserlebewesen eine verbesserte Wasserqualität.

Der Schwarze Schöps entspringt auf Sohländer Flur am Rotstein. Er fließt an Reichenbach und den Königshainer Bergen vorbei, durch Waldhufen und Vierkirchen bis zur Talsperre Quitzdorf und von dort weiter nordwestlich. Im Landkreis Görlitz wurde 2008 neben dem Heidewehr auch das Kunnersdorfer Konsumwehr in der Pließnitz (nahe Bernstadt) umgebaut. (SZ)