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Tamponhersteller wächst

Mehr Umsatz, mehr Mitarbeiter und als Krönung ein Preis für die Qualität – die Stimmung bei Ontex in Großpostwitz ist gut.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

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Mit einer kleinen Statue und einem großen Scheck ist Jürgen Preusche jetzt aus Lissabon nach Großpostwitz zurückgekehrt. In der portugiesischen Hauptstadt fand das zu Beginn eines jeden Jahres übliche Managementtreffen innerhalb der Ontex-Gruppe statt. Und dort nahm Jürgen Preusche als Chef des Großpostwitzer Werkes, das Tampons produziert, eine konzerninterne Auszeichnung entgegen. „Nach 2009 und 2011 haben wir den Qualitätspreis bereits zum dritten Mal bekommen“, freut sich Preusche. Die Großpostwitzer haben sich damit gegen weltweit 14 weitere Ontex-Werke durchgesetzt. „Darauf sind wir sehr stolz. Zumal wir einer der kleineren Standorte sind.“

Großen Anteil daran hat neben allen anderen Mitarbeitern Katrin Ringel. Als Qualitätsmanagement-Beauftragte überwacht sie bei Ontex, dass sämtliche Standards eingehalten werden. So wird im hauseigenen Labor ständig kontrolliert, dass die Tampons die per Tropfensymbol auf der Faltschachtel aufgedruckte Saugfähigkeit auch tatsächlich garantieren. „Von jeder Charge, die wir produzieren, müssen wir zwei Schachteln fünf Jahre lang aufbewahren“, beschreibt Katrin Ringel eine der Anforderungen. Besonders streng sind sie für die Belieferung des amerikanischen Marktes, denn dort gelten Tampons als Medizinprodukte. Um die Standards zu überprüfen, kommen Vertreter der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde immer wieder mal für ein paar Tage ins Großpostwitzer Spreetal. Dass man es geschafft habe, all ihre Forderungen zu erfüllen, habe sicher auch eine Rolle bei der Vergabe des Qualitätspreises gespielt, sagt Preusche.

Umsatz gesteigert

Für ihn ist die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung die Krönung eines erfolgreichen Jahres. So konnte 2014 der Umsatz um fünf Prozent gesteigert werden. „Wir liegen jetzt bei fast 60 Millionen Euro.“ Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung sei das Wachsen großer Handelsketten. Wenn diese expandieren und beispielsweise in Osteuropa viele neue Filialen eröffnen, profitiert auch Ontex, denn hier werden Tampons für die Eigenmarken der Ketten produziert. Ein kleiner Anstieg ist laut Preusche auch bei der Nachfrage aus Asien zu verzeichnen, doch etwa 90 Prozent der Produktion seien nach wie vor für den europäischen Markt bestimmt.

Die positive Stimmung betreffe den gesamten Konzern, der 2014 an die Börse gegangen und um einen Standort in Italien gewachsen ist. Nun gehe der Expansionskurs weiter. Gerade werde eine Fabrik für Babywindeln in Pakistan aufgebaut. Gebaut wurde im vorigen Jahr auch in Großpostwitz. Direkt neben der 2012 fertiggestellten neuen Produktionshalle entstand nun eine Lagerhalle. Dort stapeln sich große blaue und weiße Plastikboxen bis unter die Decke. In jeder stecken 20 000 Plastik-röhrchen, die Ontex von Kunststofffirmen aus Crosta, Sohland und Zittau bezieht. 700 Millionen Stück werden im Jahr zu Applikatortampons verarbeitet, die vor allem auf dem westeuropäischen Markt gefragt sind. Außer in Gebäude wird auch ständig in neue Technik investiert. 2014 waren es insgesamt drei Millionen Euro, für dieses Jahr sind zwei Millionen geplant. Im Mai kommt wieder eine neue Maschine.

17 neue Beschäftigte Anfang des Jahres

Der Aufwärtstrend schlägt sich auch beim Personal nieder. 408 Beschäftigte zählt das Großpostwitzer Werk jetzt. Allein zu Jahresbeginn wurden 17 Arbeitskräfte eingestellt. Ein Großteil von ihnen sind ehemalige Leiharbeiter. Früher standen neben der Stammbelegschaft meist zwischen 40 und 50 an den Maschinen, „jetzt haben wir nur noch einen einzigen Leiharbeiter“, sagt Jürgen Preusche.

Auch Jugendliche, die sich zum Maschinen- und Anlagenführer oder Produktionsmechaniker ausbilden lassen, hätten gute berufliche Chancen. Zwei der derzeit sechs Azubis lernen dieses Jahr aus. Preusche würde gern vier neue einstellen. Es sollten auf alle Fälle Mädchen dabei sein, doch es hätten nur wenige Interesse. Aber die Belegschaft bestehe zu 60 Prozent aus Frauen, und das solle auch so bleiben. Frauen verstünden nun mal das meiste von dem Produkt, das bei Ontex in verschiedenen Versionen hergestellt wird. „Und sie haben eine besondere Einstellung zu Qualität“, findet Preusche. Und siehe da, auch die Auszeichnung ist weiblich – in Gestalt der römischen Göttin Minerva.

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