merken
PLUS

Dresden

Riesentanker passiert Dresdner Brücken

Die Elbe ist für Schiffe derzeit gut befahrbar. Jetzt sind schon die nächsten Schwertransporte auf dem Wasser geplant.

Am Dienstagmorgen schleppen zwei Schubschiffe den Tanker vorbei am Blauen Wunder.
Am Dienstagmorgen schleppen zwei Schubschiffe den Tanker vorbei am Blauen Wunder. © Rene Meinig, Schubertsrasse 39 D

Dresden. Ein besonderes Bild bot sich am Dienstagmorgen in Dresden auf der Elbe. Der 110 Meter lange neu gebauter Tanker "Provider" fuhr auf dem Fluss durch Dresden. Allerdings handelte es sich dabei nur um den schwimmfähigen Rumpf, der auf einer tschechischen Werft in Decin-Kresice gebaut wurde. In der Fachsprache wird er Kasko genannt wird. Die Berliner Reederei Ed Line bringt ihn mit dem Schubschiff "Edda" über die Elbe nach Hamburg. Von dort aus geht es weiter zu einer holländischen Werft bei Rotterdam, wo der Tanker dann mit dem Motor und weiteren Einbauteilen komplettiert wird.

Schiffsführer Hans-Jürgen Wolf morgens auf dem Steuerhaus der Edda. Kurz danach legt der Schiffstransport mit dem Tanker ab.
Schiffsführer Hans-Jürgen Wolf morgens auf dem Steuerhaus der Edda. Kurz danach legt der Schiffstransport mit dem Tanker ab. ©  Foto: Rene Meinig

Am Dienstagmorgen konnte Schiffsführer Hans-Jürgen Wolf kurz vor halb acht am Tolkewitzer Ufer unweit des Wasserwerks die Anker lichten. Der Tanker-Kasko ist so groß, dass die Edda allein nicht ausreicht. Um ihn sicher durch scharfe Elbkurven zu bugsieren ist noch ein Schubschiff nötig, das vorn angekoppelt ist. Schon kurz nach dem Start unterquerte der schwere Schiffstransport das Blaue Wunder.

Anzeige
Wie leben Familien in Sachsen?

Die große Umfrage zur Familienzufriedenheit geht in eine neue Runde. Jede Antwort zählt!

Eskortiert wurde er von der Biela vom Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden (WSA). "Wir haben sie als Schiffahrtspolizei eingesetzt", erklärt der stellvertretende WSA-Leiter Karsten Wild. Der Konvoi ist der bisher größte Schiffstransport in diesem Jahr. Zwar sind in den vergangenen Wochen bereits Tanker-Kaskos aus Tschechien durch Dresden bugsiert worden. "Sie waren aber nicht so groß", sagt Wild. Die Elbe wurde für entgegenkommende Schiffe ab Kilometer 58 gesperrt, der sich in Pieschen etwa in Höhe des WSA an der Moritzburger Straße befindet. Bis dorthin hat die Biela den Tanker begleitet - ohne Vorkommnisse.

Bei diesen drei Kasko-Transporten durch Dresden wird es in diesem Jahr bleiben. "Es gab Zeiten, da hatten wir jährlich fünf bis sechs", berichtet der Vize-Amtschef. Dafür sind Sondergenehmigungen nötig. "Sie werden bei uns als Schiffahrtsbehörde abgestimmt." Dabei werden unter anderem solche Details festgelegt, wie der Einsatz von zwei Schubschiffen, damit der Transport wie bei dem jetzigen Tanker immer manövrierfähig ist. Wichtig sei beispielsweise, dass das Schubschiff bei dem 7,4 Meter hohen Tanker das Steuerhaus weit nach oben fahren kann, damit die Schiffsführer frei Sicht haben.

Die hatte Hans-Jürgen Wolf am Dienstag auf der Edda. Um elf war er mit dem Tanker schon in Diesbar und etwa andertahlb Stunden später in Riesa. Am Abend will der 64-Jährige in Belgern elbabwärts von Mühlberg ankern, bevor es am nächsten Morgen weiter geht. Am Sonnabend soll der Tanker-Kasko im Hamburger Hafen sein.

Dass solche Schiffstransporte nicht einfach sind, zeigt auch der eines 86 Meter langen Schiffstorsos, den die Edda vor einem guten Monat nach Magdeburg brachte. Am 14. Februar, 11.30 Uhr, hatte sich dieser Schubverband in Klöden elbabwärts von Torgau festgefahren. "Er lag dann quer zur Elbe", sagt WSA-Vizechef Wild. Doch nach wenigen Stunden konnte er durch zwei Schiffe des WSA und das Schubboot "Hans" freigeschleppt werden. "Zur genauen Ursache wird noch ermittelt", erklärt Wild.

Silvia Straßenburg ist froh, dass die Elbe seit Ende Januar von Schiffen wieder gut befahrbar ist. Sie ist als Hafendisponentin für die Transporte im Alberthafen zuständig. "In den beiden letzten Jahren war es wegen der Trockenheit sehr kritisch gewesen. Seit Januar läuft es aber ganz gut.", sagt sie. Derzeit liegt der Dresdner  Elbpegel bei einem normalen Stand von 1,71 Metern.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Im Alberthafen startet Reise nach China

Auf der Elbe beginnt für eine Siemens-Turbine die erste Etappe des Schiffstransports rund um die Welt. Worauf es dabei besonders ankommt.

Im Alberthafen wird ein schwerer Schiffstransport in Richtung Hannover vorbereitet. Am Mittwoch soll eine 120 Tonnen schwere Turbine und am Donnerstag ein 173 Tonnen schwerer Transformator auf die das 67 Meter lange Motorschiff "Calbe" verladen werden.  So schwere überdiomensionale Transporte seien für Straßen zu groß.  Nächsten Monat steht auch ein weiterer schwerer Schiffstransport vom Alberthafen aus auf dem Plan.

Begleitet von einem Boot des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden bugsieren die Schubschiffe den Tanker durch die Kurve an den Dresdner Elbschlössern.
Begleitet von einem Boot des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden bugsieren die Schubschiffe den Tanker durch die Kurve an den Dresdner Elbschlössern. ©  Foto: Rene Meinig

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.