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Tanz aus den späten Fünfzigern gab den Namen

Zu einer Feierwoche anlässlich der Wiedereröffnung des Gasthofes „Lipsi“ in Demitz-Thumitz hatten die Wirtsleute Kornelia und Thomas Radetzky kürzlich eingeladen. Bei Oberlausitzer Küche gab es viel zu erzählen über die vergangenen fünf Jahre.

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Von Wolfgang Schmidt

Zu einer Feierwoche anlässlich der Wiedereröffnung des Gasthofes „Lipsi“ in Demitz-Thumitz hatten die Wirtsleute Kornelia und Thomas Radetzky kürzlich eingeladen. Bei Oberlausitzer Küche gab es viel zu erzählen über die vergangenen fünf Jahre.

Wechselvoll ist die bis in das Jahr 1789 dokumentierte Geschichte des Thumitzer Gasthofes. Fast 150 Jahre war er im Besitz mehrerer Familien, vor allem der Familie Beyer, bevor das Anwesen in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts staatlich verwaltet wurde. Viele Dokumente und Fotos dazu wurden in einer Ausstellung über Ort und Gasthof von den jetzigen Wirtsleuten, von Marie-Luise Jäckel, Lysann Mickan und der Familie Beyer zusammengetragen.

1993 mit der letzten Karnevalsveranstaltung geschlossen, kauften 1996 Kornelia und Thomas Radetzky, der auch Inhaber der Gaststätte ist, das „Kulturhaus“. „Obwohl ich das Haus aus meiner Disko-Zeit kannte, hatten wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, zumal ein riesiger Renovierungsbedarf nötig war“, erinnert sich Thomas Radetzky. Doch zwei Argumente waren stärker: Zum einen die Möglichkeit, auf diese Weise der Arbeitslosigkeit vorzubeugen, und zum anderen der Wunsch, wieder „mehr Gastronomie und Kultur“ in den Ort zu bringen. Eltern, Freunde und Bekannte unterstützten die Jungunternehmer. Seit 2000 kann auch der Saal genutzt werden.

Inzwischen findet sich in der „Lispi“ – der Name rührt von dem in der DDR 1959 kreierten Tanz her – wieder eine Stammkundschaft ein, die das Angebot, darunter ein Tagesgericht, gern annimmt. Eine Köchin wurde eingestellt.

„Wir kommen über die Runden“, ergänzt Kornelia Radetzky, „obwohl der Umsatz zurückgegangen ist und Gebühren und Kosten monatlich pünktlich beglichen werden müssen.“ Dennoch ist das Wirtsehepaar mit seinen beiden Sprösslingen Anna-Maria (5) und Vinzenz (3) optimistisch, denn auch im Interesse der Kinder haben Radetzkys ihre damalige Kaufentscheidung getroffen.

Ihre Wünsche für die Zukunft: privat Gesundheit für die Familie, im Gesellschaftlichen eine sozial gerechtere Politik, die auch den „kleinen Leuten“ mehr Geld für den Alltag lässt, sowie viele und zufriedene Gäste.