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Tanz wie in Südafrika

Die Gruppe „iThemba“ begeistert Rothenburger Schüler mit ihrembunten Programm.

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Von Jenny Ebert

„Ich wünsche mir eine Welt, in der die Stimme des Menschen zählt und nicht nur die Stimme der großen Unternehmer! Eine Welt ohne Diskriminierung und ohne Kriminalität!“ Deutliche Worte, die an die Schüler der Mittelschule Rothenburg gerichtet wurden. Worte der Gruppe „iThemba“, die im Rahmen ihrer Tournee durch Deutschland auch den Landkreis besuchte (die SZ berichtete) und mit ihrem Programm von einigen Schulen eingeladen wurde.

Musik und Tanz rissen alle mit

Die Schüler der fünften bis siebten Klassen zeigten sich dabei höchst begeistert von den Jugendlichen aus Südafrika, Swaziland und Deutschland. Mehr als eine Stunde lang sorgten die sieben mit Liedern, Tänzen, Theaterszenen und Erzählungen aus der Welt Südafrikas für Stimmung in der Turnhalle der Schule. Selbige bebte mehrfach vom Applaus der etwa hundert Schüler. Am Ende des Programms standen dann fast alle, in den hinteren Reihen sogar auf den Bänken.

Kein Wunder, waren Musik und Tanz der Gruppe doch auch mehr als mitreißend. Selbst die Lehrer und Gäste auf den Bänken am Rand konnten mit wippenden Köpfen und Füßen beobachtet werden.

Doch in dem Programm der Gruppe war auch Zeit für die leisen Momente. Als Ignacious Ngobeni vom gewaltsamen Tod seines Vaters und der Prügel für seine Mutter durch Weiße in Südafrika erzählte, hörten alle Schüler aufmerksam zu, manche schüttelten schockiert mit dem Kopf.

Nach dem Programm wollten die Schüler nun nach dem Zuschauen auch einmal selbst mitmachen. Die Rothenburger Mittelschule hatte aus dem Programm von „iThemba“ die beiden Workshops Singen und Tanzen ausgesucht. „Wir haben hier viele Schüler, die selbst sehr gesangsbegeistert sind und solche ähnlichen Sachen wie iThemba machen“, erklärt Marion Pautz, Musiklehrerin an der Schule.

Und das durften sie dann auch umfassend unter Beweis stellen. Nachdem Melonie Jean Mitchel für die Erwärmung der Schüler gesorgt hatte, zeigte Trevor Babez Terblanche aus Swaziland einen Tanz aus dem Programm von „iThemba“, den die Schüler dann sofort nachtanzen sollten. Es war beim Blick in die Reihen deutlich zu sehen, dass das Ganze bei den Teammitgliedern von „iThemba“ nur immer so einfach aussieht. Einige der Schüler hatten ziemliche Probleme, die Schritte ähnlich elegant auszuführen wie ihr Vortänzer.

Aber im Vordergrund stand natürlich der Spaß. Und den hatten die Schüler sichtlich. Vor allem die Mädchen. Denn die Herren der Schöpfung zeigten mehr und mehr Unlust, die komplizierten Schritte zu erlernen. Doch Melonie Jean Mitchel unterstützte ihren Teamkollegen, indem sie sich mitten unter die Schüler in den hinteren Reihen mischte und unwillige Tänzer mit einem Lachen zum Mitmachen aufforderte. Und Erfolg damit hatte.

Der gute Ruf ist vorausgeeilt

„Das ist wirklich so etwas Schönes, was die hier machen! Ich habe iThemba schon an der Schule in Rietschen erlebt und wollte die nun auch unbedingt hier haben“, freut sich Gabriele Theurich, stellvertretende Schuldirektorin an der Mittelschule Rothenburg, „und es ist ja auch ein schöner Zufall, dass Thekla Döhler sogar mal bei mir in die Englischklasse ging“.

Und das kann die 19-Jährige jetzt auch rege nutzen, fungiert sie bei den Auftritten von „iThemba“ doch als Dolmetscherin. Und zeigte sich von dem Spaß, den die Schüler hatten, begeistert: „Die waren echt so ein tolles Publikum! Wahnsinn!“