merken
PLUS

Tanzen und glitzern

Beim Filmball in Hoyerswerda kann man sich richtig schick machen. Ein Format, das ankommt in der Region.

© Daniel Reiche

Von Irmela Hennig

Anzeige
Sorgenfrei unterwegs mit dem Care-Paket

Unterwegs mit dem neuen Seat Ibiza: Jetzt den Kleinwagen mit großen Ansprüchen selber testen und von den vielen Features überzeugen.

Hoyerswerda/Region. Können die Hoyerswerdaer eigentlich Charleston tanzen? Uwe Proksch meint: „Das sollten sie draufhaben.“ Schließlich hat die Kulturfabrik der Stadt, deren Leiter Proksch ist, in den vergangenen Jahren immer mal wieder entsprechende Tanzkurse angeboten.

Damals, im Vorfeld der berühmt-berüchtigten 20 Prohibitionspartys, die im alten Zwischen-Domizil des Soziokulturzentrums liefen. Dabei wurde das legendäre Alkoholverbot den 1920er und frühen 1930er Jahre in den USA ausgehebelt. Mit Riesenerfolg. Um die 500 Gäste kamen jedes Mal – sogar aus Hamburg und Berlin. Weil es ein nahezu einmaliges Format gewesen ist. Mit aufwendiger Dekoration. Mit Swing. Mit Roulette an mühsam zu suchenden Orten. Das zog. Die Leute reisten an, schlüpften in die typischen Klamotten von damals und tanzten. Charleston zum Beispiel.

Ob sie das wirklich noch können, wird sich am 3. März zeigen. Dann steigt der dritte Filmfall der Kulturfabrik. Nach den Mottos „James Bond“ und „Dirty Dancing“ bei den ersten beiden Bällen stehen nun wieder die 1920er Jahre im Mittelpunkt. Mit Swing, mit Charleston, mit zwei Bands und Sound vom DJ. Außerdem soll es Projektionen geben von großen Leinwandstars jener Zeit – Asta Nielsen und Charlie Chaplin zum Beispiel. Zu viel verraten will Uwe Proksch nicht. Der Abend soll auch von Überraschungen leben.

Bälle, Konzerte, Partys

Filmball Hoyerswerda:

3. März, 21 Uhr, Musik, Film, tanzen, speisen, Eintritt 27 Euro, ermäßigt 22 Euro

Weitere Bälle:

Löbauer Theaterbällchen, 10. März, 19 Uhr, Johanniskirche

Weiße Ballnacht Görlitz, 7. April, 19.30 Uhr, Landskron Kulturbrauerei

Ballnacht im Barockschloss Rammenau, 1. September, 19 Uhr

Ball in Schwarz und Weiß, 10. November, 19 Uhr, Hotel Stadt Dresden

Partys & Konzerte:

Emil Zittau, 16. Februar, 22 Uhr, 90er Party

Kunstbauerkino Großhennersdorf, 24. Februar, 21 Uhr, Post-Punk-Loop-Art von Brother Grimm

Kulti Großhennersdorf, 24. Februar, 22 Uhr, „Tekk Noize„ – Technoparty

Mono Bautzen, Lausitz-Center Hoyerswerda, 3. März, „Sexy Nights“,

Eastclub Bischofsawerda, „Message me – die Whatsapp Party“, Lachsmiles, Herzen, Affen, Früchte, Fotos posten und schicken, 3. März, 22 Uhr;

Eastclub Bischofsawerda, 8. März, 20 Uhr, Frauentagsparty nur für Frauen

1 / 3

Er hofft, dass das Format Feierfreudige anzieht. Für 500 Gäste wäre auch in der neuen Kufa am Markt Platz. Beim ersten Filmball kamen allerdings 200, ein Jahr später 250 Leute. Das ist ungefähr die Hälfte von dem, was die Prohibitionsparty bewegen konnte. Die aber wurde mit dem Umzug von der sogenannten Zwischenbelegung in der Alten Berliner Straße ins neue Bürgerzentrum abgeschafft. „Nach so vielen Jahren war es einfach gut“, erklärt Uwe Proksch. Zudem sei die Vorbereitung mit enorm viel Arbeit verbunden gewesen, das sei so nicht mehr zu schaffen. „Das neue Haus hat eine ganz andere Ästhetik, das lässt sich nur schwer so umgestalten“, erklärt der Kufa-Chef. Und auch bautechnisch sei es gar nicht machbar, die umfassende Deko früherer Jahre hier wieder einzubauen.

Darum der Neuanfang, der nun ein bisschen ans alte Motto anknüpfen will. Die Leute werden die Zwanziger-Jahre-Kostüme sicher noch auf dem Dachboden haben, schätzt Uwe Proksch. Für die, die kommen, haben er und sein Team eine Vorgeschichte zum Ball parat. 1924 hatte die heimische Schützengilde 1000 Jahre Hoyerswerda gefeiert. Ein historisch absolut nicht haltbares Datum, belegt mit an den Haaren herbeigezogenen Konstruktionen von Ereignissen. Diese Feier, die es wirklich gegeben hat, greift die Kufa auf. Die Schützengilde lädt zum Filmball. Adlerschießen inklusive. Eine Big Band und eine Swing-Fun-Jazz-Gruppe sorgen für die Musik. Und eine Filmpremiere gibt es auch, eine schräge Gangstergeschichte sei zu sehen. Die hat das Kufa-Team vor einigen Jahren mal gedreht, der Streifen werde aufgearbeitet.

Sich schick machen, über den roten Teppich laufen, tanzen – Uwe Proksch ist sicher, dass sich dafür in der Oberlausitz und darüber hinaus ein Publikum findet. Für eine bestimmte Alters- und Zielgruppe gebe es nämlich nicht so viele Angebote. Entweder laufe Schlager für die Generation Ü50 oder Party für die Jugendlichen. „Wir füllen da schon eine Lücke.“

Damit ist die Kufa nicht so ganz allein in der Region. In Görlitz und Bautzen, Rammenau und Kamenz beispielsweise wurde und wird zum Ball eingeladen. Sogar der Bischofswerdaer Eastclub, eigentlich ein Domizil für Punk und Metal, hat ein paar Jahre lang so ein Tanzvergnügen zusammen mit dem Rammenauer Barockschloss organisiert. Inzwischen veranstaltet das Herrenhaus die Tanzvergnügen allein. Der Maskenball im Frühling, in den vergangenen Jahren immer nahezu ausverkauft, fällt dieses Jahr wegen Bauarbeiten aus. Später im Jahr ist aber ein Sommernachtsball geplant.

Der Bautzener Bühnenball am Theater hat riesigen Zuspruch. Bei Landskron in Görlitz findet im April eine „Weiße Ballnacht“ statt und in der Johanniskirche Löbau läuft im März das Theaterbällchen. Für Uwe Proksch ist „Filmball“ indes ein gutes Motto. „Damit kannst Du spielen.“ Und zwar mit Blick auf Musik, Gestaltung, Filmrichtungen und vieles mehr. Deswegen will er am Format festhalten. Mit welchen Zeit- und Genreschwerpunkten in den kommenden Jahren? Das sei offen.

www.sz-veranstaltungskalender.com