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Tanzen wie Aschenbrödel

Am Sonnabend gibt es in der Schlossküche den 7. Kostümball zum Kultfilm. Die Teilnehmer scheuen für den stilgerechten Auftritt weder Kosten noch Mühe.

Von Sven Görner

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Die Frauen wollen einfach mal aus dem Alltag aussteigen, sich etwas gönnen, ein bisschen hofiert werden“, sagt Kathrin Irmscher. Die Inhaberin des Brautstübels in Moritzburg muss es wissen. Schließlich haben sie und ihre Mutter in den vergangenen Jahren schon einige Paare bei ihren Vorbereitungen für den Kostümball „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ begleitet.

Morgen gibt es in der einstigen Schlossküche von Schloss Moritzburg bereits die siebente Auflage des vom Erlebnis Moritzburg e.V. veranstalteten Vergnügens. „Für ein, zwei Paare wäre noch Platz“, sagt Organisator Ulrich Fink. „Wir hatten erst überlegt, ob wir ein Jahr aussetzen. Schließlich gibt es in diesem Winter ja keine Aschenbrödel-Ausstellung.“ Doch wie sich zeigt, waren die Befürchtungen unbegründet. Denn auch ohne Aschenbrödelschau ist das Schloss als einer der authentischen Drehorte des Kultfilms Pilgerstätte für die große Fangemeinde. Zudem hat der besondere Kostümball inzwischen schon selbst eine kleine Anhängerschar. „Es gibt einige ,Wiederholungstäter‘, die sich am liebsten gleich nach dem Ball für den nächsten anmelden“, sagt Ulrich Fink.

Für Maren Grade und ihren Partner Olaf Kindler ist der Ball am Sonnabend dagegen eine Premiere. „Ich bin mit dem Aschenbrödelfilm groß geworden“, sagt die 55-Jährige. „Auch heute schauen wir uns den noch jedes Jahr ein-, zweimal in der Weihnachtszeit an.“ Und natürlich ließ sich die Senftenbergerin nicht die Ausstellung zum Film im Schloss entgehen. Auf den Kostümball wurde die Eventmanagerin aber dennoch durch Zufall aufmerksam. „Ich wollte eigentlich an diesem Tag eine Veranstaltung in der Schlossküche organisieren, was natürlich nicht ging.“ Als sie hörte warum, habe sie sofort gedacht: „Da muss ich mit dabei sein.“ Sie holte weitere Informationen zum Ball ein, die sie in ihrem spontanen Entschluss bestärkten. „Meinem Partner habe ich die Eintrittskarte dann zu Weihnachten geschenkt.“

Kathrin Irmscher weiß aus ihrer Erfahrung, dass nicht alle Männer Feuer und Flamme sind, wenn es darum geht, sich für den Ball stilgerecht zu kostümieren. „Die bekommen dann vom mir ein Glas Sekt mehr.“ Olaf Kindler hat dieses Problem nicht. Er ist aktiver Karnevalist und Elferratsmitglied. Und wie steht es mit dem Tanzen? „Kein Problem“, sagt Maren Grade. „Wir gehen einmal die Woche zum Tanzkurs.“ Wenn der Zeremonienmeister morgen Abend gemeinsam mit einer Menuetttanzgruppe und dem Musik-Ensemble Concerto Bellotto zum Tanz bittet, sind die beiden also besten vorbereite.

Doch bevor der märchenhafte Reigen eröffnet wird, lässt sich das Paar im Brautstübel ausstaffieren. „Wir haben zunächst telefonisch abgesprochen, was wir uns vorstellen“, erzählt Maren Grade. Vor Kurzem waren sie dann in Moritzburg, um die Sachen anzuprobieren und Details fürs Frisieren abzusprechen. „Die Kostüme gefallen uns sehr gut, die Betreuung ist prima“, sagt die Senftenbergerin. Den Weg zum Schloss werden die beiden übrigens weder zu Fuß noch im Auto zurücklegen. „Wir fahren mit der Kutsche vor.“ Maren Grade freut sich auf den Tag: „Welche Frau wünscht sich nicht, einmal als Prinzessin auf einem Ball zu tanzen?“

Restkarten (140 Euro) gibt es heute noch im Schloss. Ballimpressionen sendet der Sachsenspiegel am Sonntag.

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