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Tanzfläche statt Braukessel

Nach Jahren der Sanierung ist das Sudhaus bald fertig. Das dürfte nicht nur die Narren freuen.

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Von Carina Brestrich

Seine stärksten Mitarbeiter hat Steffen Dittmar jetzt an der Wand: Auf einem Gemälde in der umgestalteten Küche im Sudhaus hat er die sechs Brauereipferde samt Bierwagen vor Kurzem verewigen lassen. „Ich fand das hier sehr passend“, sagt der Chef der Löbauer Bergquell-Brauerei. Schließlich wurde in dem alten Gemäuer einst das Löbauer Bier gebraut. Doch auch im Sudhaus selbst packen Bauarbeiter derzeit kräftig an. Nach rund vier Jahren Sanierung wird das Gebäude bald fertig sein. Löbau ist damit um einen Veranstaltungsort reicher.

Neu ist das Sudhaus als Lokalität nicht ganz: Schon seit einigen Jahren hält der Karnevalsclub seine Veranstaltungen in dem Saal, in dem einst die Dampfkessel standen, ab. Nun aber können sich die Löbauer Narren auf das fertig renovierte Domizil freuen. So bekommt der 7,5 Meter hohe Saal nicht nur einen neuen Anstrich, sondern auch einen neuen Boden und neue Stühle. „Auch die Licht- und Tontechnik haben wir komplett erneuert“, erklärt Steffen Dittmar. Außerdem sei man gerade dabei, einen Raum für die Requisiten und Kostüme des Karnevalsclubs zu finden, damit sie nicht mehr außerhalb eingelagert werden müssen, sondern unter dem – kürzlich komplett sanierten – Dach des Sudhauses untergebracht werden können.

Doch nicht nur die Karnevalisten werden etwas von dem Umbau haben. Auch andere Veranstaltungen würde der Brauereichef gern in das Sudhaus holen: Kleinere Konzerte, Public-Viewing, Geburtstage oder Firmenfeiern kann er sich in dem Gebäude am Theaterplatz gut vorstellen: „Veranstaltungen im kleineren Rahmen eben“, sagt er. Für solche kann das Sudhaus über die Brauerei gemietet werden.

Zumindest sind die Bedingungen dafür ideal, erklärt Dittmar: So gibt es etwa eine moderne Küche mit Tresen. Sie befindet sich unter dem Gewölbe der früheren Kapelle des Sudhauses. Wo vor vielen Jahren die Mitarbeiter beteten, können Feiergäste dem Koch nun beim Arbeiten zusehen: „Ich habe das extra so konzipieren lassen“, sagt Dittmar. Wer das Sudhaus mietet, bekommt den Koch gleich dazu. Steffen Dittmar arbeitet dafür mit zwei Köchen zusammen, die die Gäste bei Feiern bekochen: „Da es sich um eine Profi-Küche handelt, sollte sie auch von Profis bedient werden“, erklärt Dittmar, der das alte Sudhaus gemeinsam mit der neuen Brauerei 1999 übernommen hat.

Etwas anders sieht es ein paar Stufen weiter unten aus. Über die Treppe gelangen die Gäste in den Gastraum, in dem bis zur Wende noch die Braukessel liefen. Die neue Theke dort ist vor Kurzem fertig geworden. Mit der rot-schwarzen Verblendung – ganz in den Porter-Farben – wirkt sie sehr modern, in der größtenteils rustikalen, aber dezenten Einrichtung. Wer das Bier dort zapft, können sich die Mieter aussuchen: Gläser und, natürlich, Bier stehen bereit. Und auch mehrere Bildschirme gibt es, um das Geschehen im Saal mitzuverfolgen oder etwa bei Familienfeiern Fotos zu präsentieren. Fehlt nur noch die Tanzfläche. „Die kommt aber in den nächsten Wochen“, verspricht Dittmar.

Komplett fertig ist das Sudhaus Ende September, plant Dittmar. Bis dahin wird auch die Fassade des ehemaligen Brauhauses wieder schick aussehen, hoff er. Denn derzeit ist das Gebäude noch von grünem Baunetz umhüllt.

Aber schon bald wird der inzwischen graue Putz gegen frische Farbe getauscht sein. „Welche es wird, das verrate ich aber noch nicht“, sagt Steffen Dittmar.