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Riesas Ölwerker bekommen mehr Lohn

Nach einem Verhandlungsmarathon vermeldet die Gewerkschaft NGG einen Durchbruch - nicht nur bei Cargill.

Nach mehreren Streiks bekommen die Mitarbeiter von Cargill mehr Lohn - und nicht nur sie.
Nach mehreren Streiks bekommen die Mitarbeiter von Cargill mehr Lohn - und nicht nur sie. © Sebastian Schultz

Riesa. Die Mitarbeiter im Riesaer Ölwerk bekommen in den nächsten Jahren mehr Lohn. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG mitgeteilt. Demnach habe es nach einem 14-stündigen Verhandlungsmarathon am 30. Juli einen Tarifabschluss für drei Betriebe der Ernährungswirtschaft Sachsen gegeben.

Bei Cargill in Riesa sollen die Monatslöhne bis September 2022 schrittweise um 358 Euro steigen, bei Frosta in Lommatzsch um 395 Euro und beim Fruchtsafthersteller Sonnländer Getränke in Rötha um 310 Euro. 

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Laut Gewerkschaft entspricht das Lohnsteigerungen von 16 bis 18 Prozent. "Die Lohnerhöhungen erfolgen in mehreren Stufen mit Festgeldbeträgen. Das nützt insbesondere den unteren Lohngruppen, deren Entgelte überproportional steigen." Auch Auszubildende sollen 50 Euro im Monat mehr bekommen. 

Olaf Klenke leitete für die NGG die Verhandlungen.
Olaf Klenke leitete für die NGG die Verhandlungen. © KDB

Bei Frosta könnte nachverhandelt werden

"Ehrlicherweise muss man sagen: Das reicht noch nicht, um Lohngleichheit zu schaffen", sagt Verhandlungsführer Olaf Klenke. Es sei klar, dass 2022 der nächste Schritt kommen muss. Außerdem habe die Gewerkschaft im Fall von Frosta durchaus gerungen, ob man dem Angebot der Arbeitgeber zustimmen könne. 

In einigen Beschäftigungsgruppen wird es dort in der letzten Erhöhungsstufe nur 40 statt 75 Euro mehr geben. Die Widerspruchsfrist bis Montagnachmittag ließ aber auch die Gewerkschaft verstreichen. "Wir wollten das Gesamtergebnis nicht gefährden", erklärt Olaf Klenke dazu. Möglicherweise müsse man in diesem Punkt bei Frosta aber noch einmal das Gespräch suchen. 

Im Fall von Cargill Riesa profitieren die Mitarbeiter laut Klenke auch davon, dass Zulagen jetzt auch mit im Tarifvertrag verankert sind. Das wirke sich beispielsweise positiv auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld aus. 

Ehe es zu dieser Lösung kam, wurde allein bei Cargill viermal gestreikt. Zuletzt endete ein mehrtägiger Arbeitsausstand vorzeitig, nachdem der Konzern seine Verhandlungsbereitschaft bekräftigte. 

Streiks als Türöffner

Die zahlreichen Streiks bei den Betrieben bezeichnet Olaf Klenke als den Türöffner für die Verhandlungen. "Es hat lange Zeit eine Blockade bei den Arbeitgebern gegeben." Dass so lange gestreikt wurde, sei ein Novum für alle Beteiligten gewesen. Man brauche aber nun einmal einen langen Atem. 

Die Corona-Krise habe in dem Zusammenhang eher noch einmal beflügelt. Die Mitarbeiter der Betriebe hätten wenig Verständnis dafür gehabt, wegen der Hamsterkäufe Sonderschichten schieben zu müssen, während man ihnen weiter deutlich niedrigere Löhne zahlt als in den alten Bundesländern. Mittlerweile verzeichne die Gewerkschaft auch bei der Cargill-Belegschaft in Riesa steigende Mitgliederzahlen.  

Die  NGG verhandelt mit dem Sächsischen Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss (SANG) über die Entgelte von 1.300 Beschäftigten in zwölf Betrieben. Mit den übrigen neun wird noch verhandelt.

 "Der Anfang ist gemacht, nun müssen weitere Betriebe folgen," zitiert die NGG ihren Landesbezirks-Vorsitzenden Uwe Ledwig. Noch keine Lösung gebe es unter anderem für die Unternehmen Bautz’ner Senf, Unilever Auerbach und die Vandemoortele-Werke in Dresden sowie das Teiglingswerk Dommitzsch. 

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