merken
PLUS

Taubenheim feiert mit Taubenheim

Ein Fehler in einem Buch brachte Feuerwehren aus dem Oberland und dem Elbland zusammen – zum Glück.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Dieser Fehler hätte durchaus Ärger und Streit zur Folge haben können. Doch stattdessen entstand dadurch eine Freundschaft, die sich auch schon in der Not bewährt hat. – 2002 erschien ein großes dickes Buch über alle Feuerwehren in Sachsen. Der Inhalt ist alphabetisch geordnet, und so steht die Freiwillige Feuerwehr von Taubenheim/Spree neben der von Taubenheim bei Meißen. So weit, so gut. Doch auf beiden Seiten prangt dasselbe Ehrenabzeichen; nämlich das der Kameraden von Taubenheim an der Spree.

TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen

Was ist los in Sachsen und Umland? Wo gibt es was zu erleben? Unsere Top-Veranstaltungen der Woche!

Hilfe in der Not

Steffen Hübner ist dort Wehrleiter. Er hatte sich das Buch gekauft und bemerkte den Fehler sofort, ging der Sache aber nicht nach. Bis 2004 das 130-jährige Jubiläum seiner Feuerwehr anstand. „Da habe ich mir gedacht, es wäre doch gut, wenn die Feuerwehren aus Taubenheim und Taubenheim mal in Kontakt kommen“, erinnert sich Hübner. Kurzerhand lud er die Kameraden aus der Meißner Gegend zum Jubiläum ein. Sie kamen auch prompt an die Spree, und man verstand sich auf Anhieb richtig gut. So wurde im selben Jahr eine Partnerschaft vereinbart. Auf der dazu unterzeichneten Urkunde heißt es unter anderem: „Sie helfen sich gegenseitig in allen Notlagen.“

In so einer Notlage war das Feuerwehrteam von Steffen Hübner im August 2010, als die Spree-Flut Taubenheim unter Wasser setzte. „Wir haben es allein nicht mehr geschafft, und alle Feuerwehren ringsum waren ja auch im Einsatz. Da habe ich im anderen Taubenheim angerufen“, erzählt der Wehrleiter. Anderthalb Stunden später waren neun Kameraden der Partnerwehr da. Zwölf Stunden lang halfen sie im Kampf gegen die Wassermassen, zum Beispiel der Firma Edelstahlverarbeitung Schmitt, die besonders schlimm betroffen war. Letztes Jahr bekamen die Oberlausitzer Gelegenheit, sich zu revanchieren. Als Elbe und Triebisch Hochwasser führten, unterstützten sie die Kameraden aus Taubenheim, das zur Gemeinde Klipphausen gehört.

Doch auch, wenn keine Katastrophen zu bewältigen sind, stehen die Partnerfeuerwehren eng in Kontakt. Pro Jahr treffen sie sich mindestens vier Mal. „Wir besuchen uns gegenseitig zu den Jahreshauptversammlungen. Außerdem unternehmen wir einmal in der Meißner Gegend gemeinsam was und einmal in der Oberlausitz; meist Wanderungen“, berichtet Steffen Hübner. 2006 haben die Kameraden aus der Nähe von Meißen in Taubenheim/Spree bei Vorbereitungsarbeiten für den Bau des neuen Gerätehauses geholfen. Gemeinsam wurde von dem Garagenkomplex, der zum Umbau vorgesehen war, das alte Dach abgetragen.

Der Vorteil der Partnerschaft besteht für Steffen Hübner aber nicht nur in der gegenseitigen Hilfe. „Es ist einfach schön, Verbindung zu Leuten zu pflegen, die die gleichen Interessen haben, die gleichen Sorgen und Freuden. Man kann sich gegenseitig beraten, sich vieles voneinander abgucken“, sagt der Wehrleiter. Dabei sei es von Vorteil, dass beide Wehren aus Sachsen sind. „Wir haben dieselbe Ausbildung, dieselben Vorschriften“, begründet er.

Partnerschaft hat Jubiläum

Das nächste Treffen ist jetzt am Wochenende. Da kommen die Taubenheimer aus der Meißner Gegend in die Oberlausitz, um mit der Feuerwehr Taubenheim/Spree deren 140. Jubiläum zu begehen. Außerdem wird das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert – einer Partnerschaft, die durch einen Fehler entstanden ist.