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Döbeln

Tausend Telefonate am Tag

Die Sperrung der Kreisel am Harthaer Kreuz bedeutet nicht nur für Autofahrer Stress. Auch im Büro bricht das Chaos aus.

Nichts geht mehr am Harthaer Kreuz. Daniel Görke, der mit seinem Hausmeisterdienst viel in der Gegend um Hartha unterwegs ist, muss nun deutlich längere Fahrtwege einplanen.
Nichts geht mehr am Harthaer Kreuz. Daniel Görke, der mit seinem Hausmeisterdienst viel in der Gegend um Hartha unterwegs ist, muss nun deutlich längere Fahrtwege einplanen. © Lars Halbauer

Hartha. Daniel Görke ist viel in Hartha und Umgebung unterwegs. Der 40-Jährige betreibt einen Hausmeisterdienst. 

Seit der Sperrung der beiden Kreisel am Harthaer Kreuz muss auch er genau planen, wie er fährt. „Gerade wenn ich zu Kunden in Richtung Colditz fahre, muss ich meine Gedanken zusammennehmen“, sagt Görke. Etwa zehn Kilometer ist die Strecke in dieser Richtung durch die Umleitung länger, hat Daniel Görke ausgerechnet.

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Die Sperrung sei sicher notwendig, doch stelle sie die Autofahrer vor gehörige Probleme, so Görke. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert, dennoch fahren die Lkw bis an die Total-Tankstelle heran. Der 40-Jährige befürchtet, dass kleinere Straßen schnell verstopft sein könnten. „Da sind Unfälle eigentlich programmiert“, sagt Daniel Görke.

Für sich selbst sieht er den Mehraufwand nicht so dramatisch, dennoch hat er sich auf die Umleitung erst einstellen müssen. „Vielleicht hätte man das auch anders regeln können“, sagt er. Es habe ihn an den ersten Tagen schon einige Telefonate gekostet, um Bescheid zu geben, dass es später wird oder um Termine zu verschieben.

Gefühlt tausend Telefonate am Tag führt Heike Adam, Geschäftsführerin der Firma Just Naturstein. „Die Lieferanten und Kunden fragen an, wie sie unsere Firma erreichen“, so Adam. Eine Situation, die Nerven kostet und die Arbeitsabläufe im Büro durcheinanderbringt. 

Darüber hinaus sei der Aufwand für das Unternehmen deutlich spürbar. Einige Mitarbeiter kommen aus Richtung Chemnitz. „Sie müssen ebenso Umleitungen fahren wie unsere Lkw-Fahrer“, sagt Heike Adam.

Auch in der Spedition Kipping ist die Umleitung deutlich zu spüren. „Mehr Kosten, mehr Kilometer, mehr Zeit“, fasst Liddy Massow die Auswirkungen kurz und knapp zusammen. Die Lkw des Fuhrunternehmens müssen viel in Richtung Colditz und Mittweida fahren. „Das artet schon in eine kleine Weltreise aus“, sagt Massow.

Für die Total-Tankstelle in Hartha hat die Sperrung der Kreisel dagegen noch keine großen Auswirkungen. „Wir sind weiterhin erreichbar. Die Kunden können aus Richtung Döbeln zu uns heranfahren“, sagte Peggy Drechsel.

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