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Tausende Besucher beim Mühlentag

Die Denkmale der alten Industriekultur lockten am Pfingstmontag zur Besichtigung. Zu entdecken gab es einiges.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Neugierig schaut der sechsjährige Leonard aus Arnsdorf dem Korbflechter Siegfried Foerster aus Beiersdorf über die Schulter. Solches altes Handwerk sieht man heute nur noch selten. Große Körbe flicht der Hobby-Handwerker. Darin kann man beispielsweise Kartoffeln transportieren. Siegfried Foerster arbeitet direkt neben dem großen Mühlrad der Niedermühle in Weißenberg, das sich fleißig dreht.

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Die Bautzener Firma Fliesen Donner hat die Corona-Zeit genutzt, um neue Ideen in der Verkaufsausstellung umzusetzen.

Hausherr Norbert Vogel freut sich sehr über den regen Besuch zum Mühlentag, obwohl es sehr heiß ist. Doch unter den hohen Bäumen auf der Freifläche hinter der Mühle lässt es sich gut aushalten. Eine Blaskapelle spielt, es gibt Eis und kalte Getränke. Die Kinder toben sich auf der großen Hüpfburg oder auf dem winzig-kleinen handbetriebenen Karussell aus.

Norbert Vogel ist stolz auf seine neuesten Errungenschaften, die erst wenige Stunden vor dem Mühlentag fertig geworden sind: Zwei Stationärmotoren, Baujahr 1929, die er so aufgearbeitet hat, dass sie wieder wie neu aussehen. „Vor fast 90 Jahren hatten Landmaschinen oft keinen eigenen Antrieb, sie wurden deshalb mit solchen transportablen Motoren angetrieben“, erläutert Norbert Vogel. Den Verein Niedermühle freut es, dass nicht nur die tolle Technik vor Ort zu besichtigen ist, sondern auch zahlreiche Oldtimer-Freunde mit ihren schicken Oldies den Weg zur Niedermühle fanden. „An die hundert werden es wohl gewesen sein“, schätzt Vogel. – Steffen Bundemann, Inhaber der Riegel-Mühle im nur wenige Kilometer von Weißenberg entfernten Nechern, ist froh, dass er seine Wassermühle wenigstens wieder im gleichen Zustand präsentieren konnte, wie zum Mühlentag 2013. Denn das Hochwasser vor einem Jahr habe ihn in seinen Bemühungen, die Mühle weiter zu sanieren, stark zurückgeworfen. Aber immerhin habe er dank der Spenden der Besucher die hölzerne Kellertreppe reparieren können.

Zahlreiche Besucher strömten auch in die anderen Mühlen im Landkreis. Rund 40 Radler trafen sich in Göda zu einer gemeinsamen Mühlen-Radtour. Sie waren an ihrer roten Ansteckblüte zu erkennen. An der Fehrmann-Mühle in Coblenz bestaunten nicht nur sie Karen Hobelsberger, die in der sengenden Hitze Kunstwerke aus Baumstämmen mit ihrer Kettensäge schnitzte. In der Fehrmann-Mühle war außerdem eine Ausstellung zur Schädlingsbekämpfung zu sehen – ein ganz wichtiger Aspekt in einer Mühle, wie Heidi Lehmann vom Förderverein und Tochter des letzten Müllers Ernst Fehrmann, betonte.