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Tausende Karpfen verenden wegen Sauerstoffmangel

Es sieht im Moment sehr schlecht aus“, sagt der 23-jährige Lars Hempel, der 27 Teiche mit etwa 240 Hektar Nutzfläche im Raum Milkel, Lomske und Oppitz und den Raudener Großteich bewirtschaftet. „In einem Teich ist das Wasser nur noch 40, 50 Zentimeter tief.

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Von Helga Koch

Es sieht im Moment sehr schlecht aus“, sagt der 23-jährige Lars Hempel, der 27 Teiche mit etwa 240 Hektar Nutzfläche im Raum Milkel, Lomske und Oppitz und den Raudener Großteich bewirtschaftet. „In einem Teich ist das Wasser nur noch 40, 50 Zentimeter tief. Da sind schätzungsweise 10 000 zweisömmrige Satzkarpfen verendet. Es fehlt Sauerstoff. Sonst ist das Wasser dort gut einen Meter tief“, sagt der Fischwirt, der seit sieben Jahren in seinem Beruf arbeitet und den Betrieb des Vaters übernommen hat. Das Wasser mit einer Pumpe umzuwälzen und dadurch die Fische mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen, nütze wenig.

Zwischen 2 000 und 5 000 zweisömmrige Karpfen sind in einem der 57 Teiche der Teichwirtschaft Guttau binnen Stunden verendet. „Wir konnten sie nicht umsetzen. Sauerstoffmangel macht sich erst bemerkbar, wenn die Fische tot sind. Wir haben die Tiere vergraben“, sagt Pächter Igor Kaltschmidt. Im Einzugsbereich der Spree reiche das Wasser in den Teichen zwar noch aus. „In den anderen geht es rapide zurück. Die Teiche trocknen förmlich aus.“ Auch die Bäche führten kaum noch Wasser. Die Fische hätten nicht umgesetzt werden können. Es handele sich bei so langer Hitze um „normale Verluste“.

Lutz Obschonka bewirtschaftet seit 20 Jahren den Horkaer Teich in Bischofswerda, die Geißmannsdorfer Teiche, außerdem die Dorfteiche in Kreckwitz und Tröbigau: insgesamt zwölf Hektar Nutzfläche. „Zurzeit geht’s noch, sie haben noch relativ viel Wasser. Das kommt zum Beispiel vom Butterberg oder den Schmöllner Wäldern. Der Besatz mit Karpfen und Forellen ist jetzt nicht mehr so dicht wie früher, der Sauerstoff reicht.“ Bei kleineren Teichen könne eine Pumpe schon für zusätzlichen Sauerstoff sorgen, in größeren jedoch nicht. Sollte ein Teich „umzukippen“ drohen, könnte er zwar die Forellen verarbeiten. Für die Karpfen sei die Zeit aber noch nicht ran.

Um 24 Teiche mit rund 200 Hektar Nutzfläche kümmert sich der Königswarthaer Familienbetrieb von Jörg Greim. In den Teichen, die vom Schwarzwasser versorgt werden, reiche das Wasser noch. „In den anderen gibt es erhebliche Wasserdefizite. Wenn’s in den nächsten zehn Tagen nicht regnet, kommt eine Notabfischung in Frage“, sagt Vater Karl-Heinz Greim. Dann würden die Tiere in wasserreichere Teiche am Schwarzwasser oder schon in die Überwinterungsteiche umgesetzt.