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Döbeln

Taxiunternehmen rettet Klassenfahrt

Am Mittwoch blieben wegen des Warnstreiks die Busse im Depot. Eltern, Lehrer und Schüler reagierten schnell und organisierten Alternativen.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Döbeln. Der schnellen Reaktion von Lehrerin Kerstin Gey und dem Taxiunternehmen Thieme war es zu verdanken, dass die Schüler zweier Klassen der Döbelner Schlossbergschule am Mittwoch doch noch ihre dreitägige Klassenfahrt ins Freizeit- und Naturzentrum Töpelwinkel antreten konnten. 

„Wir hatten alles schon lange im Voraus geplant. Auch für die Busfahrten hatten wir unsere 27 Schüler bei Regiobus entsprechend angemeldet“, berichtete Lehrerin Elke Dathe. Als am Montag bekannt wurde, dass die Busfahrer an diesem Tag ihre Arbeit niederlegen wollen, stand die Ausfahrt plötzlich auf der Kippe. „Ich habe mich dann sofort gekümmert und für unsere Kinder Kleinbusse bei einem Taxiunternehmen bestellt. Glücklicherweise konnte uns die Firma Thieme noch irgendwie dazwischenschieben“, erzählte Kerstin Gey erleichtert.

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Und die Kleinbusse mussten auch nicht leer wieder zurückfahren. Weil eine andere Klasse der Schlossbergschule bereits seit Montag im Naturzentrum auf Klassenfahrt war und für die Rückreise ebenfalls auf den Linienverkehr angewiesen waren, konnte auch diesen Schülern am Streiktag geholfen werden.

Aber auch alle anderen Schüler im Landkreis waren gezwungen, sich um einen alternativen Transport zur Schule und wieder nach Hause zu kümmern. „Das hat bei fast allen gut geklappt“, bestätigen die Schulen der Döbelner Region. Viele Familien hätten sich zusammengetan und gemeinsame „Elterntaxis“ organisiert, hieß es übereinstimmend. In der Oberschule Am Holländer in Döbeln hatten sich nur vier Schüler gemeldet und erklärt, dass sie an diesem Tag andere keine Möglichkeit zur Verfügung hatten, zur Schule zu gelangen. Auch an der Waldheimer Oberschule waren nur einzelne Schüler vom Streik überrascht und blieben aufgrund fehlender Fahrmöglichkeiten zu Hause.

Am nunmehr dritten Warnstreik innerhalb der vergangenen vier Wochen haben sich bei Regiobus Mittweida laut Verdi-Vertreter Sven Vogel alle Mitarbeiter beteiligt. In Döbeln und Mittweida blieben die Busse im Depot. „In Döbeln sind zudem auch die Mitarbeiter der Werkstatt in den Ausstand getreten und haben sich gemeinsam mit den Busfahrern vor dem Betriebsgelände versammelt“, so Vogel. Die Stimmung bei den Kollegen sei mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde am Donnerstag sei kämpferisch. „Wir hoffen, dass die Arbeitgeberseite ein ansprechendes Angebot auf den Tisch legt“, sagte der Gewerkschafter.