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Team hilft Kindern und Jugendlichen

Der Verein „Regenbogen“ übernimmt von der Stadt ein ganzes Paket an Aufgaben. Das bringt Schülern in Bischofswerda Sicherheit und neue Angebote.

© Rocci Klein

Von Gabriele Naß

Bischofswerda. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren haben in Bischofswerda einen neuen Ansprechpartner, wenn es um Freizeitgestaltung, den Jugendklub oder Probleme in der Schule geht. Nach gut vier Jahren Vorbereitungszeit wurde jetzt der Wechsel vollzogen: Neuer Träger der Kinder- und Jugend- sowie der Schulsozialarbeit ist in Bischofswerda der Verein „Regenbogen“. Die Stadt übergab dorthin die Trägerschaft. „Wir wollen uns nicht der Verantwortung entziehen. Aber wir können so das Potenzial des freien Trägers nutzen, um die Angebote in noch höherer Qualität anzubieten und sie für die Zukunft zu sichern“, sagt Amtsleiterin Sybille Müller.

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Das Team des „Regenbogen“ um seinen Vorstandsvorsitzenden Robert Geburek ist bereits aus den Startlöchern. Vor allem bei der Schulsozialarbeit ist die Arbeit angelaufen. Heidemarie Müller aus Wilthen, die neu zum Team gehört, ist an der Grundschule Süd tätig, Claudia Kilank an der Oberschule. Beide sind Diplomsozialpädagogen. Claudia Kilank leitete bisher den offenen Treff des Vereins „Regenbogen“ an der Kirchstraße und wurde damit Nachfolgerin der langjährigen Leiterin Simona Hempel. Der Treff hier wurde inzwischen geschlossen. Die Räume im Obergeschoss des ehemaligen Gerichtes wurden von der Stadt für die Ganztagsarbeit der Grundschule Kirchstraße eingerichtet.

Riesige Herausforderungen

Neuer Sitz des Vereins „Regenbogen“ und zentraler Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche ist der offene Treff „Freizone“ an der Belmsdorfer Straße, der bisher der Stadt gehörte. Die Übergangszeit läuft hier. Zurzeit hat der Treff wochentags ab 14.30 Uhr für gut zwei Stunden geöffnet. Vor allem Kinder zwischen sieben und elf Jahren schauen vorbei, sagte Robert Geburek auf Anfrage. Das Angebot soll aber schnell und danach stetig ausgebaut werden. „Wir erarbeiten Projekte, mit denen wir uns an Kinder ab der ersten Klasse und Jugendliche bis zu 18 Jahren wenden“, sagt der Regenbogen-Chef. Der Verein will aber auch Gastgeber sein für alle, die das Haus für Workshops oder Feste nutzen wollen. Weitergeführt werden sollen die beliebten Ferienlager des Vereins. Als Verstärkung ist bereits ein Jugendlicher im FSJ im Team. Erste Angebote soll es ab Oktober geben. Dann wird auch die Leiter-Stelle mit einem Sozialpädagogen neu besetzt. Das Einstellungsverfahren stehe vor dem Abschluss, sagte Robert Geburek. Dass auch jemand angestellt wird, der die gesamte Arbeit des Vereins künftig koordiniert, ist wahrscheinlich, heißt es beim Vorstand.

Obwohl der Verein Regenbogen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erprobt ist und sich einen Namen gemacht hat, sind die Herausforderungen riesig. Bei der Schulsozialarbeit betritt das Team Neuland. Sich weiter zu öffnen, sei aber wichtig gewesen für die Zukunft des Vereins und der gesamten Landschaft der Kinder- und Jugendarbeit in Bischofswerda. Durch die Konzentration können Kräfte gebündelt werden. Am schwierigsten stelle sich im Moment die mobile Jugendarbeit dar. Außer nach der Neugründung in Schönbrunn laufe im Moment die Arbeit nirgendwo wünschenswert. In der Sandgrube Bischofswerda ist das Gelände gar verwahrlost. Grund seien vor allem Nachfolgeprobleme. „Wir helfen dabei, dass sich neue Jugendklubs in Bischofswerda und den Ortsteilen Gründen“, sagt Robert Geburek.

Erste Diskussionen 2014

Die Stadt Bischofswerda unterstützt den Neustart der Kinder- und Jugendarbeit projektbezogen. So kommt der Eigenanteil für die FSJ-Stelle in der Freizone aus dem Rathaus. Von hier aus wird auch eine Fachkraftstelle bezuschusst. Auch den Eigenanteil für einen Hausmeister im Gebäude des offenen Treffs stemmt die Stadt. Das Jobcenter Bautzen fördert die Stelle für zunächst vier Jahre. Sie ist seit 1. September auch besetzt. Dass es bei der Pflege der Immobilie Kontinuität gibt, sei der Stadt wichtig, sagt Amtsleiterin Müller. Die Verantwortung für das Gebäude ging mit der inhaltlichen Arbeit an den Verein über. Mieter sind hier auch die Kreisverkehrswacht mit der Verkehrsschule und Bischofswerdas Billardsportler. „Wir arrangieren uns gut“, sagt Robert Geburek. Die Verkehrswacht beansprucht künftig weniger Platz, damit gibt es mehr Räume für den offenen Treff, mit dem Saal insgesamt acht.

Erste Diskussionen für die Ausgliederung der Kinder- und Jugendarbeit gab es bei der Stadt 2014. Im Dezember mündete der Prozess in einem Stadtratsbeschluss. Mit großer Mehrheit entschied sich das Parlament für den Verein „Regenbogen“ als Träger. Beworben hatte sich auch der Kreisverband der Volkssolidarität. Den Prozess der Überleitung loben beide Seiten als fair und konstruktiv. Bedingung war unter anderem, dass das städtische Personal nach gesetzlichen Überleitungsregeln für mindestens ein Jahr übernommen wird. Die bisherige Leiterin der Freizone wechselte aber nicht zum neuen Arbeitgeber. Sie bedauere das, „denn sie hat unseren offenen Treff wieder zum Treff gemacht“, sagte Amtsleiterin Sybille Müller.