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Techno-Beats auf Heiratsmarkt übertönten Mittelaltermusik

Der Seußlitzer Heiratsmarkt war in diesem Jahr so friedlich wie noch nie. Es gab weniger Betrunkene, und die Polizei musste bis auf zwei kleine Vorfälle – einer davon außerhalb des Festgeländes – nicht eingreifen.

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Der Seußlitzer Heiratsmarkt war in diesem Jahr so friedlich wie noch nie. Es gab weniger Betrunkene, und die Polizei musste bis auf zwei kleine Vorfälle – einer davon außerhalb des Festgeländes – nicht eingreifen. Doch in die positive Resonanz mischt sich auch etwas Kritik. Sie kommt vor allem von den Schaustellern des Mittelaltermarktes. Sie fühlten sich durch die laute Musik der Bowle-Bar gestört. Sie befand sich etwa auf halben Wege zwischen der Hauptbühne an der Elbe und dem Mittelaltermarkt am Schloss. Dort versammelten sich viele Jugendliche und tanzten zu hämmernden Techno-Beats.

„Das hatte schon nichts mehr mit lauter Mugge zu tun. Das war richtiger Lärm“, sagt Axel Gräbner von der Freitaler Mittelalterband Ludibundi. Zusammen mit den Musikern der Gruppe Nachtwindheim aus Berlin hatten sie versucht, aus der Not eine Tugend zu machen und die lauten Bässe der jugendlichen Musik aufzunehmen. Doch es gelang ihnen nur teilweise.

Gräbner will dennoch im nächsten Jahr wiederkommen, auch Thomas Szymkowiak zuliebe. Mit dem Chef der Dresdner Veranstaltungsagentur „Projektzentrum“ arbeitet der Freitaler seit mehreren Jahren zusammen. Gemeinsam stellen sie Mittelaltermärkte in ganz Sachsen auf die Beine, wie auch an diesem Wochenende in Bautzen.

Anderer Ort für Bowle-Bar?

„In Zukunft sollte man darauf achten, dass nicht eine Aktion die andere übertönt“, schlägt Gräbner deshalb vor. Auch müssten sich die Veranstalter überlegen, ob nicht ein anderer Standort für die Bowle-Bar besser wäre.

Letzteres hält Szymkowiak für kaum machbar. Das Areal des Heiratsmarktes sei begrenzt, weil er Konflikten mit den Diesbar-Seußlitzer Gastwirten aus dem Weg gehen möchte. Diese hatten sich vor Jahren dafür ausgesprochen, lieber nicht wie ursprünglich Teil des Heiratsmarktes zu sein. Ihre Gäste sollen keinen Eintritt zahlen.

Thomas Szymkowiak will im nächsten Jahr den Mittelalterbereich beschallen lassen, damit auch Dudelsäcke eine Chance haben, gehört zu werden. Auch wenn das untypisch sei.Jörg Richter