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Technologiezentrum fehlen 300 000 Euro

Wirtschaft. Der Landkreis, Bautzen und die Sparkasse sollen der Einrichtung mit einer Geldspritze jetzt aus der Patsche helfen.

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Von Heiko Engel

Dem Bautzener Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) drohen nach SZ-Informationen erhebliche Zahlungsprobleme. Wie jetzt bekannt wurde, benötigt die Einrichtung in den kommenden Monaten von seinen Eigentümern Stadt und Kreis Bautzen sowie der Kreissparkasse einen Zuschuss von insgesamt reichlich 300 000 Euro. Ob das Geld fließt, steht allerdings noch nicht fest. Der Bautzener Kreistag will sich auf der Sitzung am kommenden Montag mit dem Thema beschäftigen.

Landrat Michael Harig (CDU) bestätigte auf Anfrage der SZ, dass dem TGZ unter die Arme gegriffen werden müsse. Wesentliche Ursache für die Schwierigkeiten ist nach seinen Angaben der Auszug der Firma LMR, dem größten Mieter der Einrichtung. Das Unternehmen belegte über 3 000 Quadratmeter im TGZ-Neubau an der Preuschwitzer Straße, 8 500 Quadratmeter stehen in dem Gebäude insgesamt zur Verfügung. Das TGZ ging davon aus, dass LMR – die Mitarbeiter reparieren elektronische Geräte und setzen Fernseher zusammen – bei der Annahme eines „üblichen Wachstums“ fünf Jahre bleibt. Aus der TGZ-eigenen Statistik geht allerdings hervor, dass die meisten Firmen nach maximal drei Jahren das Zentrum wieder verlassen.

LMR gedieh rascher als erwartet und zog Ende 2005 in eine Fertigungshalle an der Bautzener Fichtestraße um. „Diese Reduzierung der Auslastung führt zu erheblich weniger Einnahmen“, so Harig. Die Folge: Das Technologiezentrum kann bestimmte Kosten im Zusammenhang mit dem 13 Millionen Euro teuren Neubau nicht mehr aus eigener Kraft schultern. Ein beträchtlicher Posten sind zum Beispiel Rechtsstreitigkeiten wegen Baumängeln und nicht eingehaltener Verträge. Außerdem braucht das TGZ Geld, um neue Projekte vorzufinanzieren. Die Technologieförderer befinden sich erstmals in einer solchen Situation, Harig: „Bisher ist das Zentrum allen Zahlungsverpflichtungen nachkommen.“

Aus dem Zuschuss soll keine Dauersubvention werden. In den vergangenen fünf Jahren hätten die Eigentümer kein Geld zugeschossen, und dabei solle es künftig bleiben, betont der Landrat. Er ist zuversichtlich, dass dies gelingt: „Die Einrichtung hat in der Vergangenheit eine sehr erfolgreiche Akquisearbeit geleistet. Bisher hielten sich 60 Firmen im TGZ auf.“ Durch verstärkte Anstrengungen bei der Mieter-Suche und neue Projekte für die Mittelstandsförderung will das Zentrum aus der schwierigen Lage herauskommen. Gegenwärtig sind im TGZ 24 Firmen mit zusammen 150 Beschäftigten tätig.

Ein Ersatz für die Firma LMR ist bisher aber nicht in Sicht. Nur für rund ein Zehntel der ehemals belegten Fläche wurden wieder Nutzer gefunden. Entweder durch neue Mieter oder Unternehmen, die mehr Platz benötigten. Auf ein Wort