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Tedi-Markt in der Kö-Passage schließt

Wie der Königshufener Passage die größere Konkurrenz durch den neuen Neiße-Park zusetzt.

Das blau-gelbe Tedi-Schild leuchtet in der Kö-Passage bald nicht mehr. Wer der Nachfolger des Marktes sein könnte, ist noch nicht klar.
Das blau-gelbe Tedi-Schild leuchtet in der Kö-Passage bald nicht mehr. Wer der Nachfolger des Marktes sein könnte, ist noch nicht klar. © sdn

Noch lacht der braune Bär. Der Aufsteller mit dem Geschäftsmaskottchen von Tedi zeigt ein Plakat mit dem aktuellen Angebot. Dass der Aufsteller-Bär nicht mehr lange lachen wird, zumindest nicht an dieser Stelle, verrät ein A4-Zettel an der Glastür des Tedi-Marktes in der Kö-Passage in Königshufen: Zum 20. April wird die Filiale schließen. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, teilt Thomas Heid mit. „Es laufen Gespräche, aber es gibt noch nichts Konkretes.“ Die Immobilienfirma Heid und Partner ist Manager der Kö-Passage.

Eine Kundin, die am Montagvormittag bei Tedi in der Kö-Passage einkauft, hat das Schild noch nicht bemerkt. Sie ist sehr überrascht. „Hier geht man schnell mal rein, wenn man eine Kleinigkeit braucht, und muss nicht für alles in die Stadt fahren.“ Seit fast 40 Jahren schon lebt die Frau in Königshufen, erzählt sie. Die Schließung von Tedi bedauert sie sehr. Klar, es gibt auch ein paar Hundert Meter weiter eine Tedi-Filiale im Neißepark. „Aber trotzdem, gerade Ältere gehen hier doch öfter rein.“

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So sehen es auch Monika Frühauf und Heiderose Pribil. Die Kö-Passage ist ihr kleines Einkaufszentrum, sagen sie. Einen Gemüsehändler gibt es hier, eine Apotheke, Bäckerei, Fleischerei, Fußpflege, Bekleidung, Sparkasse, einen Elektro-Service, die Post, ein Blumengeschäft, Friseur. Das DRK hat hier einen Standort, ein Zahnarzt, ein Chirurg und die Physiotherapie Königshufen haben hier ihre Praxen. Vor einigen Jahren gab es in der Kö-Passage außerdem eine Rossmann-Drogerie, einen Lidl-Markt und ein NKD, erzählen die beiden Frauen. Bei der Schließung des Tedi bedauern sie vor allem, dass ein Geschäft für den alltäglichen Bedarf geht. „Ich bastle sehr viel“, erzählt Heiderose Pribil. Außerdem gibt es Haushaltswaren, die man regelmäßig benötige, „Königshufen hat viele ältere Menschen, die mal eine Kleinigkeit brauchen“, sagt sie. Nach vorne zum Neißepark zu laufen, das schaffe sie nicht mehr. Claudia Järkel hat es an dem Montagvormittag nur zufällig in das Tedi verschlagen. Dass gerade Älteren, die in der Nähe wohnen, die Filiale fehlen wird, kann sie verstehen. Wenn sie selber aber etwas aus dem Geschäft benötigt, dann erledigt sie das eigentlich beim normalen Einkauf mit, erzählt sie. Und für den geht sie sonst zum Neißepark, wo auch die neue Tedi-Filiale ist.

Die hat tatsächlich etwas mit dem Ende des Tedi-Standortes in der Kö-Passage zu tun. „Unser Markt im Einkaufszentrum Neißepark in Görlitz wird von unseren Kunden sehr gut angenommen“, teilt Rebecca Alishah von der Öffentlichkeitsarbeit des Dortmunder Unternehmens mit. „Durch das vielseitige Handelsumfeld besteht hier großes Potenzial für Tedi. Daher haben wir uns dazu entschlossen, die Filiale an der Lausitzer Straße in Görlitz zum 20. April zu schließen.“

Die Schließung des Tedi in der Kö-Passage war durch die neue Filiale im Neiße-Park absehbar, erzählt Thomas Heid. „Der Fall ist jetzt leider eingetreten.“ Er hätte sich Tedi weiterhin als Mieter in der Kö-Passage gewünscht, sagt er. Einen Nachmieter zu finden, sei mit der Eröffnung des Neißeparks nicht leichter geworden. „Glücklicherweise hatten wir keine direkten Mieterwechsel.“ Es ging also niemand unmittelbar von der Kö-Passage weg, um sich im Neißepark einzumieten. Aber bei den Mietanfragen merke er schon einen Unterschied zu früher. Und eben, wenn es darum geht, Neumieter für leere Räume zu finden. Derzeit sucht er für drei leere Flächen im Erdgeschoss und zwei im Obergeschoss nach neuen Mietern.

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Heiderose Pribil und Monika Frühauf wird derweil nicht nur das Tedi in der Kö-Passage fehlen – sondern auch die Verkäuferinnen. Sie seien sehr freundlich, immer hilfsbereit gewesen. Fünf sind es insgesamt, erzählt die Tedi-Bezirksleiterin. Sie sollen auf andere Filialen aufgeteilt werden, seinen Job soll niemand verlieren.

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