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Teich am Hohen Stein trocknet aus

Die Stadt hat Wasser aufgefüllt, trotzdem liegt das kleine Biotop fast im Trockenen. Anwohner sorgen sich um den Teich.

Von Nora Domschke

Martin Kaßner kennt den ehemaligen Feuerlöschteich noch aus seinen Kindertagen. Der 42-jährige gebürtige Plauener spaziert auch heute noch mit seiner Familie regelmäßig durch den kleinen Park am Hohen Stein. Im Frühjahr vergangenen Jahres fiel ihm zum ersten Mal auf, dass der Wasserstand extrem niedrig war. „Auch durch längere Regenfälle füllte sich der Teich kaum“, so Kaßner. Das Gleiche beobachtete er in diesem Frühjahr.

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Weil er sich um die Flora und Fauna des kleinen Biotops Sorgen machte, schilderte Kaßner die Situation dem Dresdner Umweltamt. Sein Sohn Florian, der das Plauener Gymnasium besucht, beobachtete einige Tage später auf seinem Heimweg einen großen Tankwagen, mit dem der Wasserstand aufgefüllt wurde. „Das waren nur maximal zehn Zentimeter mehr“, so Kaßner weiter. Kein Grund zur Sorge, teilt Sebastian Schmidt vom Umweltamt auf SZ-Nachfrage mit. „Es geht uns nicht darum, den Teich wieder vollständig zu füllen“, so Schmidt. Vielmehr sollte der im Gewässer lebende Amphibienlaich vor dem Austrocknen bewahrt werden. Auch Frösche und Kröten nutzen das Feuchtgebiet als Brutstätte für ihren Nachwuchs. Kaulquappen und Laich sind im Frühjahr jedoch zwingend auf Wasser angewiesen. Deshalb beauftragte das Umweltamt den städtischen Regiebetrieb Technische Dienste, einen Tankwagen zum Hohen Stein zu schicken. Die Technik wird in Dresden auch für die Bewässerung von Parkanlagen genutzt und kam laut Schmidt schon einmal vor fünf Jahren am Hohen Stein zum Einsatz.

Etwa fünf Kubikmeter Wasser retteten Hunderten Fröschen und Kröten nun auch in diesem Jahr das Leben. Darüber freut sich auch Martin Kaßner, der jetzt wieder beruhigt seine Runden um den Tümpel dreht. Der diente früher als Feuerlöschteich für die Bienertmühle und den alten Plauener Ortskern. Zu DDR-Zeiten wurde das Gewässer mit einer Betonmauer befestigt, die nach der Wende abgebaut und durch Betonit ersetzt wurde. Nach der Renaturierung entdeckten dann die Tiere den Teich für sich, und es entwickelte sich ein richtiges Biotop.

In niederschlagsarmen und sonnigen Jahren könne es aber immer wieder passieren, dass die Anlage austrocknet, erklärt Schmidt. Dann muss eben der Mensch der Natur unter die Arme greifen.