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Telekom-Kunden haben die Faxen dicke

Seit Wochen keine Lösung in Sicht: Neue Technik beraubt Unternehmen in Priestewitz und Ebersbach einer Nummer.

Keine freundliche Post, dafür die Aufkündigung seines Telekom-Vertrages fand der Priestewitzer Gärtnermeister Hans-Jörg Winkler im Dezember in seinem Briefkasten. Entgegen aller wohlmeinenden Bekenntnisse der Deutschen Telekom gibt es bis jetzt keine Lösu
Keine freundliche Post, dafür die Aufkündigung seines Telekom-Vertrages fand der Priestewitzer Gärtnermeister Hans-Jörg Winkler im Dezember in seinem Briefkasten. Entgegen aller wohlmeinenden Bekenntnisse der Deutschen Telekom gibt es bis jetzt keine Lösu ©  Anne Hübschmann

Priestewitz/Ebersbach. Hans-Jörg Winkler hat die Nase voll. Und zwar so richtig! Der ruhige, stets freundliche Gärtnermeister aus Priestewitz gerät geradezu ins Schimpfen, wenn er berichtet, was ihn bereits seit Dezember plagt. Mehr noch, er kann ganz und gar nicht verstehen, dass im Februar 2019 plötzlich etwas ein Problem darstellen soll, was sich seit Jahrzehnten doch so erfolgreich bewährt hat.

 „Es weiß keiner richtig, was zu tun ist! Wir telefonieren mehrmals in der Woche hin und her und am Ende kommt rein gar nichts dabei heraus“, empört sich Hans-Jörg Winkler. Was den Priestewitzer so auf die Palme bringt, ist indes schnell erklärt. 

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Wie die Sächsische Zeitung berichtete, eröffnete ihm die Telekom mit Schreiben vom 11. Dezember, dass das Unternehmen nach eigenem Bekunden das Telekommunikationsnetz der Zukunft baue. Seiner Firma würden deshalb neue Möglichkeiten eröffnet, Daten schneller zu übertragen.

 „Anschlüsse verfügen über mehrere Telefonnummern und schaffen die Voraussetzung für bessere Sprachqualität beim Telefonieren“, heißt es da. Damit auch Winklers Baumschule davon profitieren könne, werde seine Mitwirkung benötigt. Der bisher bestehende Vertrag „Call & Surf Comfort Funk Universal“ dürfe allerdings nicht ohne sein Einverständnis geändert werden. 

Deshalb wäre die Telekom zunächst verpflichtet, ihn zum 25. April zu kündigen, inklusive aller zugebuchten Produkte und Leistungen. Das bedeutet praktisch, dass der bisherige Anschluss am 26. April abgeschaltet werde. Es sei denn, Hans-Jörg Winkler schließe einen neuen Vertrag ab. Aber genau damit hat der Priestewitzer ein Problem.

Immerhin verliere er aufgrund der angewandten Technologie seine Faxnummer. „Und genau das ist der entscheidende Punkt für mich! Wir versenden und bekommen pro Monat bestimmt 250 Faxe. Auf diese Möglichkeit wollen wir absolut nicht verzichten“, betont Hans-Jörg Winkler. 

Deshalb sei er froh gewesen, dass ihm die Telekom im Januar eine Lösung in Aussicht gestellt habe. Selbst von Zurücknahme der Kündigung wäre zwischenzeitlich die Rede gewesen. Allerdings: Daraus sei ebenso wenig etwas geworden wie die Option anderer technischer Lösungen. 

„Diese Woche wollen wir wieder telefonieren. Ich hoffe ehrlich gesagt, dass das Problem nun endlich gelöst wird, denn wenn das Frühjahr kommt, habe ich keine Zeit mehr, mich ständig mit der Telekom zu beschäftigen“, gibt Winkler zu bedenken.

Ähnlich sieht es in der Firma Spiller Haustechnik in Ebersbach aus. Auch dort bekam Inhaber Uwe Riemer wegen „Netzwerkmodernisierung“ die Telefonkündigung von der Telekom. Sein alter ISDN-Anschluss wird bei neuer IP-basierter Telefonie nicht mehr unterstützt.

Statt eines Hilfsangebotes erhielt Uwe Riemer Werbung für ein Magenta-Angebot der Telekom. „Das hilft mir aber wenig, weil ich keine Faxnummer mehr habe“, so der Firmenchef. Riemer hat sogar an Sachsens Ministerpräsidenten Kretschmer geschrieben. Bei einem Anruf in dessen Büro wurde der Ebersbacher gebeten, den kompletten Vorgang dort einzureichen.

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Ein Kommentar von Catharina Karlshaus über die Probleme mit der Deutschen Telekom.

Im Internet gibt die Telekom den Hinweis, dass mit einer Digitalisierungsbox Premium – als Media Gateway konfiguriert – eine vorhandene ISDN-Anlage weiter betrieben werden kann. Die Deutsche Handwerkszeitung informiert, dass auch Faxe über IP übertragen werden. Dafür sei es jedoch erforderlich, dass das Faxgerät an einem analogen Anschluss des Routers angeschlossen wird. Bei Faxgeräten an einem ISDN-Adapter sei oft eine Umverkabelung oder Umprogrammierung erforderlich.

www.deutsche-handwerks-zeitung.de