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Telekom startet ihr Turbo-Internet

Der Ausbau ist beendet. Tausende Haushalte in und um Zittau können nun superschnell surfen – und bald geht’s noch schneller.

Mario Heinke

Im März hat die Telekom den Startschuss für den flächendeckenden Ausbau der VDSL-Anschlüsse in der Kernstadt Zittau und den Ortsteilen mit der Vorwahl 03583 gegeben. Nur neun Monate später liegt das Signal in rund 14 400 Haushalten an. Aber auch die Gewerbetreibenden in der Stadt profitieren davon. Die Breitbandversorgung ist somit wesentlich besser als in der Kreisstadt Görlitz. Ein Standortvorteil, betonte kürzlich Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger) beim offiziellen Start.

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Zittau gilt als Vorreiter des Infrastrukturausbaus, denn das bundesweit erste Multifunktionsgehäuse für den FTTC-Ausbau (Fiber to the Curb), den Breitbandausbau der Ortsnetze mit der sogenannten Vectoring-Technologie, hatte die Telekom im März auf der Klosterstraße installiert. Zittaus Vorreiterrolle ist auch dem Oberbürgermeister zu verdanken, denn der ist Meister der Nachrichtentechnik. Die Telekom hat bei ihm wohl offene Türen eingerannt. Voigt kennt das Unternehmen noch aus seiner Zeit als Selbstständiger. „Das ist mein Alleinstellungsmerkmal“, sagt er und weiter: „Es kommt nicht so oft vor, dass ein OB sich auch mit der Technik auskennt.“

„Die Zittauer sind auf Zack“, sagte Michael Preiß, Niederlassungsleiter des Telekommunikationsunternehmens, im März, deshalb sei man gerade hier gestartet. Im März, als der Ausbau begann, ist noch gar nicht klar gewesen, ob die Bundesnetzagentur die Vectoring-Technologie genehmigt. Das ist inzwischen geschehen, deshalb will die Telekom in den nächsten Jahren 24 Millionen Haushalte mit den superschnellen Anschlüssen versorgen. Ihre Kunden können nicht nur superschnell surfen, sondern auch ein kostenpflichtiges TV-Produkt der Telekom nutzen.

Ab sofort können die VDSL-Verträge abgeschlossen werden. Die Mitarbeiter in den Partnershops beantworten alle Fragen.

Die Übertragungsrate des VDSL-Anschlusses beträgt zunächst bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Im zweiten Halbjahr des nächsten Jahres soll dann die Vectoring-Technologie zugeschaltet werden, um die Übertragungsgeschwindigkeit zu verdoppeln. Bis zu 100 Megabit liegen dann an.

105 Multifunktionsgehäuse wurden in und um Zittau errichtet und 46 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, damit der Turbo eingeschaltet werden kann. In der Stadt stehen die grauen Kästen inzwischen an fast jeder Straßenecke. Je näher sie an der eigenen Wohnung postiert sind, desto schneller wird das Internet. Beim Vectoring erfolgt der Glasfaserausbau nicht bis zu den Wohnungen, sondern bis zu den Kabelverzweigern, den grauen Kästen in den Straßen. Das Signal wird dort „aufgebohrt“ (Vectoring) und gelangt über die bestehenden Kupferleitungen in die Wohnung. „Wir werden damit viele Kunden zurückgewinnen“, sagte Preiß im März. Er hat wohl recht behalten, denn gleich nach dem Start konnte die Telekom nach eigenen Angaben zahlreiche neue Verträge abschließen. Aber auch andere Netzanbieter sollen sich bald „draufschalten können“, denn das Netz der Telekom sei offen für alle, so ein Telekom-Mitarbeiter gestern.

Die Nachfrage ist da, obwohl es Alternativen gibt. So bietet Kabel Deutschland schon seit September 2012 seinen Kunden in der Innenstadt sowie den Mietern der beiden Wohnungsgesellschaften den Anschluss an das schnelle Internet mit 100 Megabit Übertragungsgeschwindigkeit an.