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Tellkamp liest aus „Turm“-Nachfolger

Der Schriftsteller gibt einen Vorgeschmack auf seinen neuen Roman. Vom Interesse soll die Hirsch-Kirche profitieren.

Von Kay Haufe

Diese Lesung ist Premiere und letzte Chance zugleich: Wenn Uwe Tellkamp am Donnerstag seinen neuen Roman „Lava“ vorstellt, ist es eine der letzten Gelegenheiten, die evangelische Kirche auf der Stangestraße zu besichtigen. Nach dem Osterfest beginnt der Umbau des Innenraumes, wofür das Gotteshaus schließt. Bis zum ersten Advent soll auch die Orgel generalüberholt werden. Um möglichst viel Geld dafür zu sammeln, hat sich der Verschönerungsverein den Autor eingeladen, der 2008 den Deutschen Buchpreis für „Der Turm“ bekam. Seit 2009 lebt Uwe Tellkamp auch auf dem Weißen Hirsch. Auf den Spuren seiner Protagonisten wandeln inzwischen viele Dresdner und Touristen zwischen „Hundertaugenhaus“ und Standseilbahn.

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Im neuen Buch erzählt Tellkamp, wie einige seiner „Turm“-Figuren die Wende- und Nachwendezeit in Leipzig und Berlin erleben. Der SZ hat er dafür eine kurze Zusammenfassung gegeben: Christian beginnt noch 1989 ein Medizinstudium in Leipzig, wird Arzt, später Mitarbeiter bei Médécins sans frontiers und anderen Hilfsorganisationen. Meno, sein Onkel, erlebt das Wirken der Treuhand im Berliner Hermes-Verlag. Anne, Christians Mutter, geht über die Bürgerbewegung in die Politik, wird Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer, später Ministerin. Fabian Hoffmann, der Ich- und Haupterzähler des Romans, wird im Jahr 1990 Mitarbeiter des ostdeutschen Ministerpräsidenten Delanotte, in diese Gegenwart schieben sich immer wieder Erinnerungen an seine Kindheit im Dresden der Vorwendezeit, an die Jahre im Prenzlauer Berg, in denen er Filmvorführer am „Babylon“ war.

„Wir sind sehr froh, dass wir Uwe Tellkamp für die Veranstaltung ,Künstler für den Weißen Hirsch‘ gewinnen konnten“, sagt Ulf Prelle vom Verschönerungsverein. Der Autor habe sofort und völlig unkompliziert zugesagt. Die Lesung Tellkamps wird mit Werken von Franz Schubert, Rainer Promnitz und Richard Strauss musikalisch umrahmt.

Nach der Benefizveranstaltung ist der Spendentopf für die Kirche hoffentlich noch besser gefüllt, sagt Prelle. Nachdem im vergangenen Jahr die Fassade saniert wurde, sollen jetzt auch Heizung und Elektrik erneuert werden. Die 1889 geweihte Kirche erhielt 1901 ihre Jehmlich-Orgel. Schon sieben Jahre später wurde das Haus enorm erweitert und bekam 1935 eine Sakristei angebaut. Von 1988 bis 1992 wurde das Gebäude schon einmal renoviert.

Lesung am 3. April, 20 Uhr, Kirche Bad Weißer Hirsch, Stangestraße 1, der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt zwölf Euro, Kartenvorverkauf in der Post Weißer Hirsch und in der Pfarramtskanzlei, Luboldstraße 11.