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Test für Flutschutz auch in trockenen Zeiten

Im kommenden Monat werden wieder Wände am Elbufer montiert. Warum sich das bereits ausgezahlt hat.

Diese mobile Wand am Terrassenufer würde die Innenstadt bei Hochwasser schützen. Alle drei Jahre wird der Aufbau getestet, wie hier im August 2019.
Diese mobile Wand am Terrassenufer würde die Innenstadt bei Hochwasser schützen. Alle drei Jahre wird der Aufbau getestet, wie hier im August 2019. © Archivfoto: Marion Doering

Dresden. Der Elbpegel ist am Wochenende trotz des Regens wieder bis auf einen Meter gesunken. Den normalen Stand von 1,65 Metern hat der Fluss schon lange nicht mehr erreicht. Das ist kein Wunder. Schließlich fiel in diesem Jahr in jedem Monat seit März zu wenig Regen. Doch auch in trockenen Zeiten bereitet die Stadt den Ernstfall vor. So kann dann schnell gehandelt werden. Rund 122 Millionen Euro hat die Landestalsperrenverwaltung (LTV) für den Flutschutz in Dresden investiert. Bereits drei Großprojekte hat sie umgesetzt, mit denen über zwölf Kilometer des Elbufers geschützt sind. Schutzmauern, Böschungen oder Deiche wurden in der Innenstadt, zwischen Pieschen und Mickten sowie in Stetzsch, Gohlis und Cossebaude errichtet beziehungsweise angelegt.

Die Stadt testet regelmäßig den mobilen Flutschutz aus zahlreichen Wänden und Flutschutztoren. Bei den Flutschutztoren geschieht das jährlich, bei den mobilen Verschlüssen alle drei Jahre. Dafür werden Schlosser, Straßen- und Brückenbauer, Elektromonteure und Gärtner des Regiebetriebes Zentrale Technische Dienste eingesetzt. Damit ist die Stadt für Hochwasser gut gerüstet.

Voraussichtlich Ende September wird der Regiebetrieb an drei kleinen Stellen mobile Hochwasserschutzanlagen aufbauen, teilt Rathaussprecherin Anke Hoffmann mit. Das soll an der Neuen Terrasse geschehen. Das Gebäudeensemble mit dem Internationalen Kongresszentrum ICC schließt sich ans Terrassenufer an. Vorgesehen ist, dort an der Kleinen und Großen Freitreppe die mobilen Verschlüsse zu errichten sowie an der Bühnenzufahrt des ICC. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest, da der unter anderem abhängig von Bauarbeiten der Drewag und Veranstaltungen im Landtag ist.

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Eine Betriebsvorschrift regelt genau, was im Ernstfall geschieht. Erreicht der Dresdner Elbpegel an der Augustusbrücke vier Meter, wird die Alarmstufe 1 ausgelöst. Die Einsatzbereitsschaft wird hergestellt und die Entwicklung genau beobachtet. Das Umweltamt verfolgt das Wetter, das Straßenbauamt veranlasst nötige Sperrungen, und der Regiebetrieb kümmert sich um die mobilen Elemente.

Da das Haupteinzugsgebiet zu 95 Prozent in Tschechien liegt, schwillt die Elbe dort zuerst an. Beispielsweise zwischen Usti und Dresden gibt es eine Vorwarnzeit von 16 Stunden. Erreicht der Dresdner Pegel 5,60 Meter, werden die mobilen Verschlüsse an der Münz- und der Brühlschen Gasse aufgebaut und das Flutschutztor an der Weißeritzstraße ausgefahren. Steigt die Elbe weiter, folgen die anderen Tore und mobilen Anlagen.

Beim Junihochwasser 2013 wurden alle mobilen Anlagen aufgebaut. Beim Höchstpegel von 8,78 Metern wäre das zwar nicht nötig gewesen. So konnten aber spätere Probeaufbauten gespart werden. Die gesamte Anlage habe im Juni 2013 ihre Feuertaufe bestanden, hat Abteilungsleiter Matthias Kolitsch vom Regiebetrieb erklärt, der für den mobilen Hochwasserschutz zuständig ist.

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