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Testspiel auf der Schulorgel

Das Instrument in der Aula des Goethe-Gymnasiums ist nach der Sanierung abgenommen worden. Zur Abifeier ist es zu hören.

Von Wolfgang Schmidt

Die Rekonstruktion der Eule-Orgel im Bischofswerdaer Gymnasium ist abgeschlossen. Mitarbeiter der Bautzener Traditionsfirma Hermann Eule, die die Arbeiten in nur sechs Wochen ausführten, übergaben das Instrument jetzt der Schule. Die 1912 gebaute Bischofswerdaer Orgel ist die einzige Schulorgel der Firma Eule, die noch originalgetreu erhalten ist. Diesem Anspruch haben sich auch die heutigen Orgelbauer gestellt. So haben sie das vor reichlich 100 Jahren moderne Konzept der pneumatischen Steuerung des Orgelspiels erhalten. „Bei der Rekonstruktion stellten sich Schäden heraus, die zunächst gar nicht sichtbar waren“, sagt Orgelbaumeister Christoph Kumpe. Dazu gehörten Trockenrisse in den Holzteilen und Windladen sowie verhärtetes Leder an den beweglichen Teilen am Spieltisch.

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Kritische Blicke: Wilfried Vetter, Kantor der evangelischen Kirchgemeinde im Ruhestand, gab sein fachliches Urteil ab. Den Orgelbauern Christoph Herz und Christoph Kumpe (im Hintergrund) attestierte er nach der Prüfung eine gute Arbeit.
Kritische Blicke: Wilfried Vetter, Kantor der evangelischen Kirchgemeinde im Ruhestand, gab sein fachliches Urteil ab. Den Orgelbauern Christoph Herz und Christoph Kumpe (im Hintergrund) attestierte er nach der Prüfung eine gute Arbeit.

Der Erste, der auf dem generalüberholten Instrument spielen durfte, war Bischofswerdas Altkantor Wilfried Vetter. Er nahm das Instrument musikalisch ab. Sein Eindruck: „Der Anschlag der Tastatur ist leichter als vor der Rekonstruktion. Der Klang ist gleichmäßig und beide Tastaturen lassen sich jetzt in schnellem Tempo ohne Verzögerung miteinander spielen.“

Die Generalsanierung der Goetheschule bot auch die Möglichkeit, die Orgel auszubauen. Die Rekonstruktion kostete rund 35 000 Euro. Den Löwenanteil gaben die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkassenstiftung des Landkreises Bautzen. Aber auch viele private Spender griffen für die Orgel ins Portemonnaie, beispielsweise während der „Nacht der offenen Tür“ Anfang März. Im Namen des Schulfördervereins dankte Dr. Lutz Krause allen Spendern. Die rekonstruierte Orgel biete „eine herausragende Möglichkeit, die musische Ausbildung am Gymnasium auf modernstem und höchstem Niveau weiterzuführen und auch das Musikleben in unserer Stadt anzuregen“, sagte Lutz Krause der SZ. Spätestens zur Verabschiedung der diesjährigen Abiturienten werde die Orgel wieder öffentlich erklingen, sagte Schulleiter Bodo Lehnig.