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Die erste Analyse des neuen Dynamo-Kapitäns

"Jetzt geht´s voran", sagt Sebastian Mai nach dem 5:1 gegen Köge. Er spricht über seinen Führungsstil, den Test gegen Aue und die Hoffnung auf Fans im Stadion.

Sebastian Mai macht auch im Testspiel gegen Köge das, was der Trainer an ihm schätzt: „Er versucht, viel zu dirigieren, viel in die Hand zu nehmen“, sagt Markus Kauczinski über seinen Kapitän, der Dresdner ist. Das sei auch ein Symbol.
Sebastian Mai macht auch im Testspiel gegen Köge das, was der Trainer an ihm schätzt: „Er versucht, viel zu dirigieren, viel in die Hand zu nehmen“, sagt Markus Kauczinski über seinen Kapitän, der Dresdner ist. Das sei auch ein Symbol. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Wenn schon, denn schon: In drei Testspielen hatte Dynamo kein einziges Tor erzielt, nun gleich fünf in einem. Dabei bereitete die Offensive bisher die meisten Sorgen in der Vorbereitung auf die neue Saison in der 3. Liga. Beim 5:1 gegen den dänischen Zweitligisten HB Köge schoss sie diese buchstäblich weg. „Es ist gut zu sehen, dass die Jungs vorn ins Rollen kommen, frischer werden, sich besser bewegen“, sagt Trainer Markus Kauczinski.

Stürmer Christoph Daferner traf zweimal, verwandelte dabei einen Elfmeter, mit Agyemang Diawusie und Simon Gollnack waren zwei weitere Offensivkräfte erfolgreich, Marco Hartmann traf nach einem Eckball per Kopf.

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Zum ersten Mal hatte Sebastian Mai die Dresdner offiziell als Kapitän auf den Platz geführt. Er solle vor allem für die Mannschaft da sein, meint Kauczinski. „Ich habe das Gefühl, dass er diese Aufgabe auch ausfüllen kann. Ich habe mehrere Ansprechpartner.“ Nach der Partie sprach Mai selbst über seine Rolle – seine erste Analyse als Dynamos Spielführer.

Sebastian Mai, wie haben Sie erfahren, neuer Dynamo-Kapitän zu sein?

Natürlich vom Trainer, der es vor der Mannschaft in der Kabine gesagt hat. Ich habe es aufgenommen, jetzt eine Nacht drüber geschlafen, und es fühlt sich immer noch schön an. Ich weiß aber auch, dass es eine große Verantwortung ist. Ich bin bereit, diese zu tragen. Das hatte ich vorher gesagt, und es freut mich auf jeden Fall, dass es so angenommen wurde.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Ich glaube, dass ich eine relativ klare Ansprache habe auf und neben dem Platz. Ich versuche, voranzugehen. Das sind vielleicht meine größten Stärken.

Mit seinen 1,95 Meter sorgt er für die Lufthoheit: Sebastian Mai (l.) im Kopfballduell mit Köges Martin Koch.
Mit seinen 1,95 Meter sorgt er für die Lufthoheit: Sebastian Mai (l.) im Kopfballduell mit Köges Martin Koch. ©  dpa/Robert Michael

Orientieren Sie als Kapitän sich eher an der Generation der Leitwölfe Stefan Effenberg und Michael Ballack oder der Teamplayer von Philipp Lahm?

Ich denke, die Mischung macht es. Man sollte schon manchmal einen härteren Ton an den Tag legen, aber es kommt doch darauf an, wie es läuft. Wenn man alles gewinnt, braucht man eigentlich keinen Kapitän. Prinzipiell sollten vier, fünf Leute, wie wir sie jetzt auch im Mannschaftsrat haben, die Richtung vorgeben und das Ganze leiten. Ich glaube, wir haben fünf richtig gute Kandidaten gefunden und werden das zusammen sehr gut gestalten.

Die Hierarchie in einer Mannschaft ist Ihnen also wichtig?

Ja, ich bin der Meinung, dass sie sehr, sehr wichtig ist für ein Team.

Wie fühlt sich der erste Sieg nach vier Niederlagen in der Vorbereitung an?

Es waren höherklassige Gegner – bis auf Hertha II am Anfang. Aber die standen kurz vor dem Saisonbeginn in der Regionalliga, waren schon sehr frisch, während wir ein neu zusammengewürfelter Haufen waren und die erste Woche Vorbereitung hinter uns hatten. Trotzdem hätten wir sieben Tore machen können. Heute hat man gesehen, dass wir reinkommen, die Abläufe ineinandergreifen, die wir trainiert haben, und dass wir Tore schießen können. Wir sind auch clever.

Was meinen Sie damit?

Das Tor zum 1:0 nach dem Eckball zum Beispiel. Ich habe zur Pause in der Kabine mit Patty (Patrick Weihrauch/d. Red.) und Agy ((Agyemang Diawusie/d. Red.) gesprochen, und sie sagten: Wir haben uns nicht mal angeguckt. Patty hat den Ball dorthin gespielt, und Agy hat das Ding rein geschossen. Wenn du merkst, dass das langsam funktioniert, das pusht dich noch mal und gibt Energie: Jetzt geht’s voran.

Wird es Zeit, dass es am 14. September mit der ersten Runde im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV richtig losgeht?

Auf jeden Fall. Mit der Vorbereitung reicht es. Ich würde gern noch richtig frisch werden und dann angreifen.

Was ist am Samstag gegen Aue zu erwarten? Haben Sie ein Derby-Gefühl, auch wenn es nur ein Testspiel ist?

Man sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ja, es ist nur ein Testspiel, aber es kann richtungsweisend für uns sein, wie wir spielen wollen. Es ist wieder ein höherklassiger Gegner, einer, der körperlich dagegenhält. Das wird in der 3. Liga auf jeden Fall auf uns zukommen, dass sie versuchen, körperlich gegen uns zu brillieren. Dann müssen wir uns wehren. Es wird sich am Samstag zeigen, wer das kann und wer Bock darauf hat. Dann starten wir so in die Runde und sehen, was rauskommt.

Es gibt die Hoffnung, dass Zuschauer in den Stadien dabei sein dürfen …

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Also für mich ist das eine große Hoffnung. Es wäre schön, so viele Fans wie möglich bei uns zu haben, denn das pusht natürlich auch, und das ist ein großer Teil der Identität von Dynamo Dresden.

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