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Teure Alternative für Stützmauer

Die Mauer in Schallhausen bröckelt seit Langem. Über einen Umweg ist die Sanierung nun doch möglich.

Von Jens Hoyer & Cathrin Reichelt
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Stützmauer Am Bergring in Schallhausen ist marode, die Straße senkt sich bereits ab. Die Stadt muss jetzt mit dem Neubau beginnen – unter schlechteren Bedingungen.
Stützmauer Am Bergring in Schallhausen ist marode, die Straße senkt sich bereits ab. Die Stadt muss jetzt mit dem Neubau beginnen – unter schlechteren Bedingungen. © Archiv/André Braun

Döbeln. Die Stützmauer Am Bergring in Schallhausen bröselt und verliert an Stabilität.

Dadurch hat sich die angrenzende Straße bereits abgesenkt. Um den Schaden zu begrenzen, wurden die Durchfahrtsbreite und die Tonnage für Fahrzeuge, die die Straße nutzen dürfen, bereits herabgesetzt. Wegen des sehr schlechten Zustands der nur 20 Meter langen Stützmauer sollte eigentlich schnell gehandelt und das Projekt in diesem Jahr umgesetzt werden. Doch daraus wurde nichts.

„Es ist uns nicht gelungen, über das Programm Kommunaler Straßenbau (KStB) Fördergeld zu bekommen“, sagt Bauamtsleiter Erik Brendler. Da die Mauer nicht besser werde, habe sich die Stadt Döbeln nach einer Alternative umgesehen und im Leader-Programm gefunden. Erste Gespräche mit der Regionalentwicklung Klosterbezirk Altzella seien bereits erfolgt.

Allerdings gibt es einen kleinen Haken. Das Projekt ist nur förderfähig, wenn gleichzeitig der Bergring, also die anliegende Straße, saniert wird.

Dadurch erhöhen sich nicht nur die Gesamtkosten, sondern auch der Eigenanteil der Stadt Döbeln. Für den Abriss der alten und den Bau der neuen Stützmauer waren bisher rund 300.000 Euro veranschlagt. Die Stadt rechnet mit 270.000 Euro Fördergeld. Das wären laut der geltenden Richtlinie 90 Prozent gewesen.

 Die Leaderförderung ist mit rund 66 Prozent deutlich geringer. Das sind reichlich 258.000 Euro. Die Stadt muss von der Gesamtinvestition in Höhe von rund 390.800 Euro einen Eigenanteil von reichlich 132.000 Euro bezahlen. Das sind rund 99.000 Euro mehr als geplant. Dieser zusätzlichen Ausgabe stimmten alle Stadträte zu.

Für andere Bauvorhaben der Stadt, die auch aus dem Programm für den kommunalen Straßenbau finanziert werden sollten, sieht es mit der Finanzierung nicht so gut aus. Eigentlich sollte in diesem Jahr mit dem Tief- und Straßenbau in Keuern begonnen werden, ein Gemeinschaftsvorhaben der Stadt mit dem Abwasserzweckverband. 

Geplant war auch, endlich mit dem grundhaften Ausbau der Nordstraße zu beginnen. Auch dieses seit Jahren geplante Projekt ist mangels Finanzierbarkeit von der Stadt zurückgestellt worden.

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