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Teure Saalmiete sorgt für Ärger

Ein Veranstalter muss für Pretzschendorfs Kulturhaus fast 2000 Euro berappen. Doch dieser Preis gilt nicht für alle.

Von Regine Schlesinger

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Der Dippser Verein Zelt e. V. musste mit der jüngsten Ausgabe seines Metal-Festivals Break the Silence ins Kulturhaus nach Pretzschendorf ausweichen, weil der große Parksaal in Dipps wegen Brandschutzmängeln gesperrt ist. Das Festival war auch in Pretzschendorf ein Erfolg.

Doch dem Veranstalter bleibt ein bitterer Nachgeschmack, verursacht durch die hohe Saalmiete von rund 1900 Euro. Mit so einem Betrag hatte der Verein nicht gerechnet, als er Ende September bei der Gemeinde Klingenberg nachfragte, ob er das Kulturhaus als Ausweichstätte nutzen kann. „Es war damals von um die 700 Euro die Rede“, sagt Stefan Ranft, der Vereinschef vom Zelt e. V. Doch als dann Ende November der Vertrag vorlag, stand die deutlich höhere Summe drin. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Verein das Festival aber nicht mehr abblasen. Es hätte mehr Mühe gemacht, die Veranstaltung abzusagen, als sie trotz der teuren Saalmiete durchzuziehen, sagt Stefan Ranft. Doch enttäuscht von dieser Haltung der Gemeinde ist er schon.

Der Verein ist kein professioneller Konzertveranstalter. So ein Festival zu organisieren, erfordere viel Kraft und werde noch anstrengender, wenn solche Hürden auftauchen, wie die hohe Saalmiete. „Wir wollen mit unserer Veranstaltung ein bisschen Farbe in die kulturelle Landschaft bringen. Es ist doch sowieso nicht mehr so viel los für junge Leute“, erklärt der Vereinschef. Er wünschte sich daher etwas mehr Entgegenkommen seitens der Gemeinde, zumal das Kulturhaus nicht gerade in einem Top-Zustand ist und zieht den Vergleich mit den Dippser Parksälen. Anderes als in Pretzschendorf finden Künstler und Bands in Dipps Garderoben und Duschen vor, ein Hausmeister ist als Ansprechpartner immer vor Ort. Warum die Gemeinde diese hohe Saalmiete verlangt, erklärt Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) mit dem Unterschied, den die Gemeinde zwischen ortsansässigen Nutzern und solchen von außerhalb macht. Die Ortsansässigen, das sind der Faschingsverein und der Kulturhaus-Verein. Für sie liegt die Saalmiete bei 750 Euro. „Das deckt aber bei Weitem nicht die Aufwendungen“, sagt der Bürgermeister. Das heißt, die Gemeinde unterstützt diese Vereine. Für Ortsfremde gilt das aber nicht.

Deshalb liegt für sie die Saalmiete deutlich höher. „Wir können nicht für Fremde Geld der Kommune ausgeben“, bringt es Torsten Schreckenbach auf den Punkt. Er verweist außerdem darauf, dass die Besucher des Metal-Festivals 18 Euro Eintritt bezahlt haben. Da müsste die Saalmiete rausgesprungen sein. Stefan Ranft kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. Denn dem Verein gehören auch Leute aus Klingenberg an, und Festivalbesucher kamen auch aus dem Ort.

Das Festival findet aller zwei Jahre statt, das nächste also 2017. Da ist die Chance groß, dann wieder in die Parksäle zu können. Allerdings wird für die gerade eine neue Gebührenordnung erarbeitet. Günstiger wird die Miete angesichts der klammen Stadtkasse sicher nicht, eher im Gegenteil.

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