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Teurer Spartrick

Die Stadt ließ die Beleuchtung auf dem Baum vor dem Rathaus im Sommer drauf. Das ging nach hinten los.

Von Jürgen Müller

Das war knapp. Zum 1. Advent blieb er noch dunkel, der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Am Freitagabend, gerade noch rechtzeitig vor dem 2. Advent und vor Beginn der Lommatzscher Hofweihnacht, die am Sonnabend und Sonntag stattfindet, brannten die Kerzen auf der Tanne. Dass der Baum bisher unbeleuchtet war, hatte nicht nur Unmut bei den Lommatzschern ausgelöst, sondern vor allem bei den Organisatoren der Hofweihnacht. „Die Stadt hat sich aus der Organisation des Weihnachtsmarktes komplett herausgehalten. Dann kann man aber wenigstens erwarten, dass das passende Ambiente geschaffen wird und der Weihnachtsbaum beleuchtet ist“, sagt Bodo Hausen, einer der Organisatoren.

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Dass der Baum bisher dunkel blieb, hatten einen Grund. Die Stadt wollte Geld sparen, ließ deshalb die Weihnachtsbeleuchtung das ganze Jahr über auf dem Baum. Das Auf- und Abbauen kostet jedes Mal rund 500 Euro. Doch die gut gemeinte Sparidee ging nach hinten los. Als die Beleuchtung wieder eingeschaltet werden sollte, blieb es dunkel: Die Kabel waren von Unbekannten zerschnitten worden. Nun war guter Rat nicht nur teuer, sondern auch schwer zu beschaffen. „Am Freitag aber wird der Baum leuchten“, versprach Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP).

Im Gegensatz zu anderen Städten, die jedes Jahr einen großen Weihnachtsbaum schlagen und heranschaffen lassen, ist der Lommatzscher Baum vorm Rathaus gewachsen. Inzwischen ist er aber so groß, dass es mit erheblichem Aufwand verbunden ist, ihn zu beleuchten. Wie lange die Tanne noch vor dem Rathaus steht, ist ungewiss. Im Konzept für die Umgestaltung des Marktplatzes war vorgesehen, den Baum zu fällen. Weil es keine Fördermittel gibt, konnte das Konzept bisher nicht umgesetzt werden. Glück für die Lommatzscher, die auf ihren Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz nicht verzichten wollen.