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Teures Sportlerheim

Ein Bauprojekt in Pretzschendorf kostet mehr Geld als geplant. Das bringt einen Verein nun in Nöte.

© Egbert Kamprath

Von Regine Schlesinger

Pretzschendorf. Da hatten sich die Pretzschendorfer Sportfreunde wohl etwas zu früh gefreut. Mitte Mai begann der Sportverein des Klingenberger Ortsteils mit dem Bau des neuen Vereinsheims am Fußballplatz. Der Kostenvoranschlag für das Bauvorhaben lag bei 414 000 Euro. Noch im Oktober konnte Frank Reichelt, Abteilungsleiter Fußball im Pretzschendorfer Sportverein und derzeit so etwas wie ein Bauleiter ehrenhalber, verkünden, dass der Bau kostenmäßig ganz gut im Rahmen liegt. Die bis dato erfolgten Ausschreibungen brachten zum Teil günstigere Ergebnisse als erwartet. Doch dann wendete sich das Blatt.

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Wie Frank Reichelt jetzt erklärte, werden die Installation von Heizungs- und Sanitäranlagen sowie die Innentüren teurer als geplant. Für das Baulos Heizung/Sanitär liegt das Ausschreibungsergebnis mehr als 30 000 Euro über den geschätzten Kosten, bei den Innentüren sind es rund 10 000 Euro mehr. Hinzu kommen noch einige Tausend Euro aus anderen Baulosen, sodass sich am Ende die Mehrkosten auf rund 65 000 Euro summieren. Soweit die schlechte Nachricht.

Nachschlag gewährt

Die gute Nachricht lautet, dass die Sächsische Aufbaubank dem Antrag des Sportvereins auf zusätzlich Fördermittel Ende Dezember zugestimmt hat. Zu den bereits bewilligten Fördermitteln von rund 162 000 Euro bekommen die Pretzschendorfer noch etwas mehr als 30 000 Euro dazu, also insgesamt reichlich 193 000 Euro.

Dank des Nachschlags kann schon mal ein Teil der Mehrkosten abgedeckt werden. Der Verein selbst wird den anderen Teil mit Eigenmitteln aufbringen und legt auch bei den Eigenleistungen noch eine kräftige Schippe drauf. Insgesamt werden die Sportfreunde und weitere freiwillige Helfer rund 5 000 Stunden Eigenleistungen in den Bau stecken. Laut Frank Reichelt wurden davon 2 000 Stunden bereits geleistet. Hinter diesen Eigenleistungen steht ein finanzieller Wert von rund 40 000 Euro.

Eigenmittel wollte der Verein ursprünglich in Höhe von 52 000 Euro aufbringen. Nun sind es 81 000 Euro, die zusammenkommen müssen. Der Verein hofft auf weitere Spenden.

Für den Fördermittel-Nachschlag fehlte allerdings noch das grüne Licht vom Gemeinderat. Weil die Gemeinde gegenüber der Sächsischen Aufbaubank für die Fördermittel bürgt, hatte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung darüber zu entscheiden, ob die Bürgschaft auch für die höher gewordene Fördermittelsumme von 193 000 Euro gelten soll.

Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) warb um Zustimmung. Er verwies zum einen darauf, dass sich am Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 150 000 Euro nichts ändere. Zum anderen sei mit Blick auf den fortgeschrittenen Bauzustand heute das Risiko, dass die Gemeinde einspringen müsse, geringer als beim ersten Bürgschaftsbeschluss im Frühjahr. Das konnte Frank Reichelt bestätigen. Die beiden Lose für Heizung/Sanitär und die Innentüren waren die letzten, die ausgeschrieben wurden.

Den Innenputz hat der Verein komplett in Eigenleistungen übernommen. Ende vergangener Woche ist er damit fertig geworden. „Den Trockenbau machen wir auch selber“, sagt Reichelt. Parallel dazu läuft der Einbau der Heizung und der sanitären Anlagen. Daher sollte eigentlich nicht mehr viel passieren.

Der Neubau ersetzt das alte, marode Vereinsheim. Er bietet nicht nur den Fußballern Platz, sondern auch den Billardsportlern und der Gymnastikgruppe. Wenn es klappt, könnte das Haus ab diesem Sommer genutzt werden.

Spenden: Konto des Pretzschendorfer Sportvereins, IBAN DE 57 85050300 3035000165, Zahlungsgrund „Spende PSV 2015“, Quittungen stellt der Verein aus.