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Textilmuseum erfindet sich neu

Im Damast- und Frottiermuseum Großschönau wird sich in den nächsten drei Jahren vieles verändern. Zum Start hat es Geld gegeben.

© Rafael Sampedro

Elke Schmidt

Großschönau. Ute Hultsch hat in den nächsten drei Jahren viel zu tun. Schließlich wird die Dauerausstellung im Großschönauer Damast- und Frottiermuseum, das Ute Hultsch leitet, komplett neu gestaltet. Das soll den teils sehr kostbaren und seltenen Ausstellungsstücken, die das Museum zeigt, den gebührenden Platz einräumen.

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Großschönauer Damast war in seiner Blütezeit im 18. Jahrhundert mindestens genauso wertvoll wie Meißener Porzellan. Damals wurde er als echter Bilddamast noch aufwendig an Handzugwebstühlen hergestellt. Bis zu 20 Zentimeter Gewebe schafften gute Weber am Tag. Daraus wurde hochwertige Tischwäsche, die unter anderem auch an den königlichen Hof in Dresden oder den russischen Zaren geliefert wurden. Das verlieh Großschönau, wo sie hergestellt wurde, eine große Bedeutung. Diese Geschichte der Textilindustrie im Ort soll mit dem neuen Museumskonzept gewürdigt werden.

Museumsschätze sichtbar machen

Dazu wird künftig die Technik, mit der Damast früher hergestellt wurde, bei einem Rundgang erlebbar gemacht. Ein weiteres Ziel ist, Museumsschätze, die derzeit nicht ausgestellt werden können, zumindest virtuell mithilfe von Fotos oder Multimedia sichtbar zu machen. Sowohl der Damaststoff als auch die originalen Musterzeichnungen sind sehr lichtempfindlich und müssen daher besonders sorgfältig behandelt werden. Das sei es manchmal besser, wenn man nur Fotos davon zeige, sagt Ute Hultsch. Künftig sollen sich die Besucher auch noch mehr über die gezeigten Stücke und die Beziehungen, die zwischen ihnen bestehen, an entsprechenden Texttafeln informieren können. Das sei bisher ein Manko im Haus, sagt die Leiterin. Für die vielen tschechischen Gäste will sie diese Informationen auch zweisprachig anbieten. Zudem sollen sich auch jüngere Besucher im Haus wohlfühlen. Für sie ist unter anderem eine „Rallye“ durch die Räume geplant. Auch zum Selbertun will das Museum einladen. So sollen die Besucher später zum Beispiel selbst Musterzeichnungen erstellen können und dabei erleben, wie viel Geduld und Sorgfalt das verlangt.

Arbeiten dauern bis Dezember

Die Neugestaltung der Dauerausstellung kann die Museumsleiterin natürlich nicht alleine stemmen – und das muss sie auch nicht. Viele Leute aus dem Ort unterstützen sie dabei. Das gilt für die Gemeinde als Träger des Hauses genauso wie für den Förderverein des Museums. Dieser Förderverein kümmert sich nicht nur schon seit Langem um die Technik des Museums, sondern hat sich aktuell auch um finanzielle Hilfe für die Umbaupläne bemüht und einen Fördermittelantrag gestellt. Dadurch ist auch die ostdeutsche Sparkassenstiftung mit im Boot, in deren Auftrag der Vorstandsvorsitzende der Sparkassenstiftung Niederschlesien-Oberlausitz, Michael Bräuer, am vergangenen Dienstag einen Fördermittelbescheid übergab.

Doch bei so einem Vorhaben ist nicht nur Geld wichtig, sondern auch moralische Unterstützung. Die kommt in diesem Fall von Katja Margarete Mieth. Die Direktorin bei der sächsischen Landesstelle für Museumswesen ist ebenfalls überzeugt von dem Projekt und hilft dabei, es umzusetzen. Am Dienstag waren alle Beteiligten in Großschönau zusammengekommen, um den ersten Schritt bei dem Vorhaben zu machen. Bald folgt der nächste. Dann wird der Raum, in dem derzeit die Musterzeichnungen ausgestellt sind, zur künftigen Damastschatzkammer umgestaltet. Die soll am 10. Dezember eröffnet werden.

www.ddfm.de