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Thalverein hofft auf neues Gerätehaus

Das alte Gebäude im Seifersdorfer Tal droht einzustürzen. Noch gibt es Vorbehalte.

Von Thomas Drendel

Das flache Gebäude im Seifersdorfer Tal sieht aus, als würde es jeden Augenblick zusammenfallen: Die Wände sind marode, an einer Stelle hängt das Dach schon bedrohlich durch, teilweise ist es schon eingebrochen. Ein ähnliches Bild bietet sich im Innern. Bei Regen tropft es von der Decke, Schimmel ist zu sehen. Dabei wird das Haus noch genutzt. Der Verein Seifersdorfer Thal hat hier sein Werkzeug untergebracht. Es wird für die Pflege des Landschaftsparkes genutzt. Für Birgit Pätzig vom Verein ist jetzt der Zeitpunkt erreicht, wo es nichtmehr geht. „Mittlerweile ist es in den Räumen so feucht, dass dort aufbewahrte Kleidung anfängt zu schimmeln. Der Gipskarton fällt bereits von den Wänden, weil es zu feucht ist. Das Dach bekommen wir nichtmehr dicht“, sagt die Landschaftsarchitektin. Nach ihren Worten sind die Räume aber unerlässlich für die Pflege des Tales. „Hier muss eine Lösung gefunden werden.“ Sie schlägt vor, an der Stelle des maroden Gebäudes ein neues zu errichten. „Nach unseren Vorstellungen sollte es einen großen Raum für die Arbeitsgeräte wie Schaufeln und Hacken geben.“ Außerdem einen kleinen Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter sowie eine einfache Toilette für Frauen und für Männer. Der Verein hat der Gemeinde jetzt einen ersten Entwurf vorgelegt, der diese Anforderungen berücksichtigt. „Das geplante Haus hat eine Bretterverschalung. Es würde sich gut in die Umgebung einfügen und es wäre etwas kleiner als das bisherige.“ Während dem Abriss des alten Hauses und in der Bauphase müssten die Arbeitsgeräte in einem Container untergebracht werden. Das Denkmalamt sei bei einer ersten Abstimmung mit dem Entwurf einverstanden gewesen. Die notwendigen Anschlüsse wie eine Wasserleitung, Stromkabel und Abwasserkanal sind bereits vorhanden. Nach Schätzungen des Vereins würde der Bau rund 76 000 Euro kosten. Hinzukommen Ausgaben für Architekten und die Vermessung. Um die Kosten zu drücken, würde der Verein selbst mit anpacken.

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Beim Gerätehaus im Seifersdorfer Tal scheint der Zusammenbruch unmittelbar bevorzustehen. Das Dach ist undicht und auch die Wände sind teilweise marode. In dem Gebäude hat der Verein Seifersdorfer Thal seine Arbeitsgeräte untergebracht. Foto: Willem Darre
Beim Gerätehaus im Seifersdorfer Tal scheint der Zusammenbruch unmittelbar bevorzustehen. Das Dach ist undicht und auch die Wände sind teilweise marode. In dem Gebäude hat der Verein Seifersdorfer Thal seine Arbeitsgeräte untergebracht. Foto: Willem Darre

Bisher ist der Neubau noch Wunschdenken, denn der Gemeinderat hat dazu noch keine Entscheidung getroffen. Vielmehr gibt es Vorbehalte wegen der hohen Kosten. „Könnten anstelle des Gebäudes nicht Container aufgestellt werden? Sie wären doch wesentlich günstiger“, sagte Volkmar Riedel. Er sitzt für die CDU im Wachauer Gemeinderat. Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) gab zu bedenken, dass es sich bei dem Seifersdorfer Tal um ein besonders geschütztes Gebiet handelt und wohl kaum eine Genehmigung für das Aufstellen von Containern zu bekommen wäre. Lothar Israel wandte ein, dass Container verkleidet werden und wenn nötig auch mit einem Satteldach versehen werden könnten. „Sie sind dann von einem normalen Haus kaum zu unterscheiden und wären günstiger als ein Neubau“, sagt er.

Jetzt wollen sich die Gemeinderäte selbst über den Zustand des Hauses informieren und dann eine Entscheidung treffen. Der Seifersdorfer Thalverein wurde 1990 gegründet. Die Mitglieder kümmern sich jedoch bereits seit 1981 um den Landschaftspark. Er entstand ab 1781. Damals ließ Christina von Brühl, Ehefrau des Schlossbesitzers Graf Hans Moritz von Brühl, die Landschaft nach und nach gestalten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verwilderte aber auch dieses romantische Fleckchen allmählich. Dann kümmerten sich unter anderem jetzige Mitglieder des Thalvereins um den Park.