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Tharandter halten Mahnwache

Zum Jahrestag des Unglücks in Fukushima kämpfen Tharandter erneut für den Ausstieg aus der Atomkraft – bisher ohne Erfolg.

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Von Verena Weiß

Knapp 20 interessierte Bürger folgten am Montagabend in Tharandt dem bundesweiten Aufruf von Atomkraftgegnern, aus Anlass der Reaktorunfälle in Japan Mahnwachen abzuhalten. Die Gruppe traf sich wie schon vor drei Jahren gegen 18 Uhr an der Tharandter Schillerstraße/ Ecke Dresdner Straße. Bis zum Sommer 2011 fand die Mahnwache insgesamt zehnmal statt, bis sich die Atomkraftgegner vor drei Jahren zum letzten Mal trafen. Nun, zum dritten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima, luden die Organisatoren erneut zur Mahnwache auf. „Wir wollten nochmals darauf aufmerksam machen, dass nach wie vor viele Atomkraftwerke am Netz sind“, sagt Jens Heinze vom Umweltbildungshaus Johannishöhe in Tharandt, der sich auch für die Bürgerliste „Grün der Zeit“ im Tharandter Stadtrat engagiert. Ziel der Veranstaltung war es, erneut Flagge zu zeigen, für eine „saubere, verantwortungsvolle Energieversorgung“.

Dazu hatte der Tharandter Stadtrat bereits im Frühjahr 2011 einen Beschluss gefasst, die Forststadt in Zukunft mit Strom ohne Atom zu versorgen. Dies sollte geschehen, indem „die Enso bestehende Bezugsverträge für Strom aus nuklearen Quellen nicht verlängert und künftig keine Elektroenergie aus nuklearen Quellen im Angebot hat“, so die damalige Erklärung der Beschlussvorlage, die vom Stadtrat begrüßt wurde.

Die Stadt Tharandt ist als Aktionärin der Enso unternehmerisch tätig. Aus der Verpflichtung der Stadt zur Nachhaltigkeit im „Leitbild für Tharandt“ würden sich auch Anforderungen an die unternehmerische Verantwortung ergeben.

Realisiert sei der Beschluss von vor drei Jahren allerdings noch immer nicht, bedauert Jens Heinze. Dabei seien die bestehenden Hindernisse weniger technischer Art. Das Umdenken habe vielmehr noch nicht in allen Köpfen stattgefunden, so Jens Heinze.