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Theatergruppe aus dem Erzgebirge hilft Flutopfern

Drei Schülerinnen aus Neustädtel übergaben dem evangelischen Kinderhaus einen Scheck über 20 000 Euro.

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Von Franziska Pester

Keller, in denen das Wasser hüfthoch steht, überflutete Straßen und Menschen, die per Hubschrauber vom Dach ihrer Häuser gerettet werden: Das Hochwasser 2013 kennt Viertklässlerin Fabienne Heymann nur aus dem Fernsehen. Doch das Mädchen weiß, dass viele Menschen alles verloren.

„Unsere Lehrerin erzählte, dass auch in einem Kindergarten in Pirna viel kaputt gegangen ist.“ Um dem evangelischen Kinderhaus zu helfen, brachte die Schülerin aus Neustädtel im Erzgebirge vergangenen Donnerstag gemeinsam mit zwei Klassenkameradinnen eine Spende von 20 000 Euro nach Pirna. Einen Teil des Geldes haben die Kinder selbst gesammelt. Es stammt aus den Einnahmen des Musicals „De Perremet“, das die Theatergruppe der Pestalozzi-Grundschule in Neustädtel im November in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) aufführte. „Das brachte mehr als 700 Euro“, sagt Jürgen Weller vom CVJM. Die christliche Hilfsorganisation Adra steuerte weitere gut 19 000 Euro bei. „Wir arbeiten viele Jahre mit Adra zusammen. Als ich den Verantwortlichen von der Hilfsaktion für Pirna berichtete, waren sie sofort bereit, uns zu unterstützen“, erklärt Weller.

Für Reparaturen im Erdgeschoss des Kinderhauses werden die 20 000 Euro nun verwendet. Dort hinterließ das Hochwasser im vergangenen Juni große Schäden an Fußboden und Wänden. „Künftig sollen im Erdgeschoss keine Kindergartenkinder mehr betreut werden. Der Bereich wird als Krippe genutzt“, sagt Anja Emrich von Adra. „Denn im Falle eines erneuten Hochwassers kann die Krippeneinrichtung schneller in Sicherheit gebracht werden, als das Spielzeug für die Größeren.“

Begleitet wurden die Schülerinnen Fabienne Heymann, Anne Georgi und Xenia Potratz auf der Reise nach Pirna von Schulleiterin Petra Schramm. Sie hat das Musical mit der Theatergruppe ein Jahr lang einstudiert. „Alle Schüler haben dann entschieden, wer fahren darf“, sagt sie und freut sich, dass das Geld anderen Kindern zugute kommt. „Wir wollten unbedingt ein Projekt in Sachsen unterstützen. Deshalb ist es toll, dass das Geld nach Pirna geht.“ (FP)