merken
PLUS Löbau

Das ist der neue Chef der Löbauer Pesta

Seit 1992 lehrte der Eibauer an der Andert-Oberschule in Ebersbach, jetzt wechselt Thomas Drosky in die Große Kreisstadt. Dort erwartet ihn eine wichtige Aufgabe.

Thomas Drosky ist der neue Schulleiter an der Pestalozzi-Oberschule Löbau. Zuvor lehrte er lange Zeit in Ebersbach.
Thomas Drosky ist der neue Schulleiter an der Pestalozzi-Oberschule Löbau. Zuvor lehrte er lange Zeit in Ebersbach. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Thomas Drosky ist gewissermaßen im Entdecker-Modus. Der neue Schulleiter der Löbauer Pestalozzi-Oberschule muss sich schlicht erst einmal eingewöhnen, Kollegen, Schüler und den Schulalltag kennen lernen. "Das kann ich in aller Ruhe tun, denn mein Vorgänger Hans-Jürgen Gerk und die Kollegen haben gute Arbeit geleistet - die Schule ist gut aufgestellt." Zwar ist er erst seit August an der Pesta in Amt und Würden, hat aber nicht nur als stellvertretender Schulleiter der Andert-Oberschule in Ebersbach Erfahrung gesammelt, sondern auch im Landesamt für Schule und Bildung in Bautzen. "Dort war ich zwei Jahre lang Schulreferent für Oberschulen", erklärt der 57-Jährige. Wo überall der Schule der Schuh drücken kann, weiß er darum nur zu gut.

An der Löbauer Pesta hinterlässt der Schuh - um im Bild zu bleiben - hier und da ein paar Blessuren. Aber Thomas Drosky ist optimistisch, dass Abhilfe möglich ist. Aktuell hat er die Handwerker im Haus: "Über die Sommerferien gab es umfangreiche Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Digitalpakt Schule", erklärt er. Konkret geht es um Leitungen, einen neuen Serverraum und interaktive Tafeln. Die Arbeiten waren auch der Grund, warum die Pesta keine Sommerschule anbieten konnte, wo konzentriert Stoff aus der Corona-Zeit aufgearbeitet wurde. Dass die Bauarbeiten noch nicht beendet sind, war zwar nicht geplant: "Wir haben aber eine Lösung gefunden, die uns im Alltag nicht einschränkt", erklärt Drosky.

Anzeige
Carmina Burana Konzerte am See
Carmina Burana Konzerte am See

Der Chor der Europa Akademie Görlitz feiert unter der Leitung von Joshard Daus mit der „Carmina Burana“ einen leidenschaftlichen Ausblick für die kommende Saison.

Faible für Technik und Digitales

Dass die Digitalisierung für ihn persönlich ohnehin ein zentrales Thema ist, liegt mit Blick auf seine Fächerpräferenzen auf der Hand: "Ich habe einen Abschluss als Diplom-Lehrer für Polytechnik und später noch Geschichte studiert und mich berufsbegleitend für das Fach Informatik qualifiziert", erklärt er. Stunden gibt er an seiner neuen Schule aktuell in zwei Fächern - einmal im Profil-Fach Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales und zum anderen in Technik & Computer. Hier waren aktuell in Löbau noch Kapazitäten nötig.

Momentan ist die Pesta mit ihren 473 Schülern in der glücklichen Lage, dass alle Lehrer-Stellen besetzt sind. Was freilich nicht heißt, dass kein Unterricht ausfallen kann, denn Krankheitsfälle gibt es immer. 42 Lehrer sind es im Hause - inklusive Seiteneinsteiger. Mit ihnen allen wird Thomas Drosky in den kommenden Wochen reden, Wünsche, Ideen, Probleme erfragen. Ob er was am Schulalltag ändern wird? "Das kann ich so pauschal noch nicht sagen", erklärt er, denn alles umkrempeln, einfach nur, weil er neu ist, widerspricht seinem Stil. "Ideen habe ich aber schon: An der Andert-Oberschule haben wir den Zusammenhalt mit einer Schülerfirma gestärkt", sagt er. Das funktioniert so richtig mit Geschäftsführung, Buchhaltung und Presseabteilung, Schülercafé, Schülerreisebüro und Radio - selbstverständlich auch mit einer Jahreshauptversammlung. Wenn das an der Pesta auf Interesse stößt, kann sich der neue Schulleiter dieses Modell auch hier vorstellen.

Schule soll auch nach außen leuchten

Verbessern will der neue Schulleiter auch weiter das Image der Schule. Die Prügelattacke eines ehemaligen Pesta-Schülers vor einigen Monaten wirft am Ende auch einen Schlagschatten auf die Schule selbst, auch wenn der Vorfall in der Freizeit und nicht auf dem Schulgelände passierte. "Wir sind als Schule nicht allein verantwortlich, vieles hängt von der Gesellschaft und dem sozialen Umfeld ab", betont Drosky. Selbstverständlich leiste auch die Schule umfangreiche Präventionsarbeit und werde dies weiterhin tun.

Weitergeführt werden sollen aber aus seiner Sicht auf alle Fälle die vielen sportlichen Aktivitäten an der Schule, denn Sport ist auch für den Mann, der aus Eibau stammt und mit seiner Frau, einer Förderschullehrerin, auch dort wohnt, sehr wichtig. In seiner Freizeit fährt er - je nach Jahreszeit - gern Ski, Rad oder Boot. "Ja, ich habe einen Bootsführerschein", sagt er und lächelt. Motorbootfahren habe ihn schon immer fasziniert, sagt der Vater dreier erwachsener Kinder.

Als größte Herausforderung sieht er für die nächsten Wochen die Aufarbeitung des Stoffes, der nach der Corona-Pause noch gefestigt werden muss - parallel zum laufenden Lehrplan, versteht sich. Zudem will Thomas Drosky Schüler und Schule technisch besser aufstellen, um bei möglichen Quarantäne-Anordnungen reagieren zu können. Dabei geht es um die Anschaffung von Leihgeräten für Schüler sowie um Kameras, mit denen der Unterricht gefilmt und zu Schülern, die nicht vor Ort teilnehmen können, übertragen werden kann. Aber das ist noch ein Stück Weg.

Weitere Nachrichten aus Löbau und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Löbau