merken
PLUS Freital

Umstrittener AfD-Kandidat tritt sein Mandat an

Thomas Prinz ist als Stadtrat vereidigt worden. Er sitzt nun als unbescholtener Bürger im höchsten Gremium der Stadt.

Thomas Prinz nahm seinen Sitz im Freitaler Stadtrat für die AfD ein.
Thomas Prinz nahm seinen Sitz im Freitaler Stadtrat für die AfD ein. © Karl-Ludwig Oberthür

Die AfD-Fraktion hat am Donnerstag in voller Stärke im Freitaler Stadtrat Platz genommen. Unter den neun Abgeordneten auch Thomas Prinz, der wegen seiner Vergangenheit und aktueller Strafverfahren umstritten ist. Die Freitaler AfD hatte sich dazu beraten und beschlossen, dass Prinz sein Mandat annehmen soll.

Die Personalie sorgte in den letzten Wochen für einiges Aufsehen. Ende Juli stand Thomas Prinz vorm Amtsgericht Meißen. Dort war er wegen Nötigung und Amtsanmaßung angeklagt. Er soll sich als Autobahnpolizist ausgegeben haben. Das Gericht sah seine Schuld als erwiesen an und verurteilte ihn zu 3.000 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Nach SZ-Informationen hat Prinz Berufung eingelegt. Wenn dem so ist, muss der Fall am Landgericht in Dresden neu verhandelt werden. Ausgang offen.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Da Prinz in den Neunzigerjahren und zuletzt auch 2005 mehrfach wegen verschiedener Delikte wie Zuhälterei, schweren Raubes, gewerbsmäßiger Steuerhinterziehung und Fahrens ohne Führerschein verurteilt worden war, hatte ihn die Sächsische Zeitung als 15-fachen Straftäter und somit als Vorbestraften bezeichnet. Das ist formal juristisch so nicht richtig, da Eintragungen im Führungszeugnis nach einer bestimmten Zeit gelöscht werden. Das ist bei Thomas Prinz der Fall. Sein Führungszeugnis liegt der SZ seit Donnerstag vor. Es befinden sich darin keine Eintragungen.

Das könnte sich nun aber bald wieder ändern. Denn neben der Berufungsverhandlung in Dresden wird er auch am 2. September in Dippoldiswalde vor dem Amtsgericht erwartet. Dort ist er wegen Vortäuschens einer Straftat und Betruges angeklagt. Das bestätigte Rainer Aradei-Odenkirch, Direktor des Amtsgerichtes Dippoldiswalde.

Prinz soll ein Tablet bei der Polizei als gestohlen angezeigt haben, was ihm angeblich von zwei Russen geklaut worden war. Ein zweites Mal zeigte er wiederum den Diebstahl eines Tablets an. In diesem Fall sollen es „Araber“ gewesen sein, wie er bei der Polizei angab. Die Bildzeitung schreibt, Prinz habe sogar einen der mutmaßlichen Täter auf einem Foto identifiziert. Die Polizei habe daraufhin den unschuldigen Mann sogar einem Haftrichter vorgeführt. Die beiden Tablets jedoch befanden sich nach wie vor in der Wohnung von Thomas Prinz.

Weiterführende Artikel

Überraschung zur ersten Stadtratssitzung

Überraschung zur ersten Stadtratssitzung

Die Freitaler Abgeordneten stimmen mit großer Mehrheit gegen eine Entlassung von Sven Heisig (CDU). Der CDU-Oberbürgermeister legt Widerspruch ein.

Nun sitzt er also als unbescholtener Bürger im Freitaler Stadtrat. Dort hielt er sich am Donnerstagabend zurück, agierte unauffällig und stimmte im Sinne seiner Fraktion ab. Wie sich die Partei dann gegenüber ihrem Mitglied positioniert, sollte Prinz wieder rechtskräftig verurteilt werden, wird sich zeigen.

Mehr zum Thema Freital